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Der französische Automobil-Grand-Prix

Nur wenige Tage trennen uns noch von dem großen Rennen, das am 4. Juli auf der Rundstrecke bei Lyon ausgefahren wird. Die Strecke selbst, die Tribünen und die übrigen Baulichkeiten sind so gut wie fertig. Auch die Teilnehmer an dieser großen internationalen „Zerreißprobe“ sind bereit. … weiterlesen

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Erzherzog Franz Ferdinand

Aus Wien wird uns vom Montag, den 30. Juni, geschrieben:

Mit einer Unbewegtheit, die an stumpfen Gleichmut grenzt, hat die Bevölkerung die Kunde von der Ermordung des Thronfolgers aufgenommen. Natürlich weckt ein solches Ereignis jene Neugier, der alles, was außerhalb des Bereiches des Gewöhnlichen und Erwarteten steht, sicher ist: aber von irgendeiner echten Teilnahme, von der schmerzbewegten Erschütterung, die die grause Bluttat bei allen beweglichen Gemütern eigentlich hervorrufen müsste, ist wenig zu spüren. Selbst in allem Äußerlichen macht es sich kund. … weiterlesen

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Serbenfeindliche Demonstrationen

Sarajewo, 30. Juni

Wie aus Mostar gemeldet wird, veranstalteten dort Kroaten und Muselmanen eine Kundgebung, bei der sie Rufe gegen Serbien ausstießen. Schwere Ausschreitungen ereigneten sich nicht; nur einige Fensterscheiben wurden zertrümmert. Militär stellte die Ordnung wieder her. Auch in einigen anderen Orten fanden antiserbische Kundgebungen statt, doch kam es nirgends zu ernsteren Ausschreitungen. … weiterlesen

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Richard Wagner an Robert Schumann

Auf das Verhältnis Richard Wagners zu Robert Schumann, der ja nicht nur der bedeutende Komponist, sondern zugleich auch der hervorragendste und einflussreichste Kritiker seiner Zeit war, fällt neues Licht durch mehrere bisher unveröffentlichte Briefe, die in der offenbar sehr bedeutsam werdenden Sammlung der Briefe Wagners, besorgt von Julius Kappe und Emerich Kostner, mitgeteilt werden. Sie befinden sich im demnächst erscheinenden zweiten Bande, aus dessen Aushängebogen wir mit Genehmigung des Verlages Hesse u. Becker in Leipzig hier deren zwei wiedergeben. So schreibt Wagner am 13. Juni 1843 aus Dresden an Schumann: … weiterlesen

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Dumme Verleumdungen

Obwohl nicht der mildeste Zweifel darüber bestehen kann, dass die Bluttat von Sarajewo auf wahnsinnig überreizten nationalen Fanatismus zurückzuführen ist, suchen die internationalen Scharfmacherhyänen den Sozialismus mit dem Verbrechen in Zusammenhang zu bringen. Diese Versuche werden von Belgrader Zeitungen unterstützt zu dem offenbaren Zweck, die Anklagen gegen den großserbischen Nationalismus auf den Sozialismus abzulenken. Demgegenüber sei noch einmal mit allem Nachdruck betont, dass gerade unsere serbischen Genossen seit langem den erbittertsten Kampf gegen alle chauvinistischen Treibereien im serbischen Volke geführt haben und noch führen. Es ist sicher, dass es den beiden Attentätern nicht möglich gewesen ist, mit den Sozialisten Belgrads in Fühlung zu kommen, da diese mit solchen nationalistischen Wirrköpfen nichts zu tun haben wollen. … weiterlesen

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Die Überführung der Ermordeten nach Wien

Wien, 30. Juni

Das österreichische Geschwader mit dem „Biribus Unitis“, auf dem sich die Leichen des Erzherzogs und seiner Gemahlin befinden, sind für morgen Abend gegen 10 Uhr in Triest zu erwarten. Die Leichen bleiben bis Donnerstag früh 8 Uhr an Bord und werden dann durch ein Torpedoboot an Land gebracht. Die Leichen werden dann, begleitet von dem Bischof von Triest, zum Südbahnhof übergeführt. Längs des ganzen Weges wird Militär Spalier bilden. In Wien wird die Ankunft der Leichen gegen Donnerstag Mitternacht erwartet.

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Serajewo nach der Bluttat

Serajewo, 30. Juni

Serajewo bietet heute das Bild einer völlig ruhigen Stadt, obwohl heute früh hier zahlreiche Touristen, namentlich Ungar, ankamen, um die Stadt anzusehen. Alles photographierte die Stellen des Attentats und die demolierten serbischen Läden und Häuser.

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Serbenfeindliche Kundgebungen in Wien

Wien, 30. Juni

Heute Abend gegen 9 Uhr fanden vor dem Haus der serbischen Gesandtschaft in der Weidenauer Gasse Demonstrationen deutschnationaler und katholischer Studenten gegen Serbien statt. Das Haus wurde schon seit zwei Tagen von Polizisten bewacht, da Kundgebungen erwartet wurden. … weiterlesen

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Der neue Thronfolger bei Kaiser Franz Josef und das Testament des Erzherzogs Franz Ferdinand

Der Kaiser hat gestern früh um 8 Uhr den Thronfolger Erzherzog Karl Franz Joseph in besonderer Audienz empfangen. Später empfing der Kaiser den ungarischen Ministerpräsidenten Grafen Tifza und den österreichischen Ministerpräsidenten Grafen Stürgth und um 1 Uhr den gemeinsamen Ministerpräsidenten Grefen Berchtold.

Das Testament des verstorbenen Thronfolgers Ferdinand wurde gestern im Oberhofmeisteramt in Gegenwart eines Notars sowie des langjährigen Rechtsanwalts des Erzherzogs Dr. Tonder, der das Testament von Prag nach Wien gebracht hatte, eröffnet.

Erzherzog Franz Ferdinand soll seine drei Kinder zu einzigen Erben eingesetzt haben. Sein Nachlass besteht aus seinen drei Gütern bei Konopischt, Chlumetz und Artstetten. Konopischt repräsentiert einen Wert von 10 Millionen Kronen, den gleiche nWert besitzt das Gut Chlumetz, während Artstetten einen weit geringeren Wert besitzt. An Barvermögen soll kein nennenswerter Betrag hinterblieben sein. Die Schlösser Belveders und Miramare sind kaiserliche Krongüter.

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Das Beileid Bayerns

München, 30. Juni

Aus Anlass der Ermordung des österreichischen Thronfolgers und seiner Gemahlin sprach der bayerische Landtag heute durch seinen Präsidenten Orterer den österreichischen Nachbarn sein Beileid aus. In einer längeren Rede brachte der Präsident die Empfindungen zum Ausdruck, die die ganze gebildete Welt und im besonderen das deutsche Volk bei Bekanntwerden der unseligen Tat erfüllt haben.

Mit dem Abscheu vor dieser fluchwürdigen Tat vereinige sich überall die innigste, warmherzigste Anteilnahme an dem Geschick, dass das schwergeprüfte Österreich in diesen Tagen betroffen. Österreichs Trauer und Habsburgs Trauer sei die Trauer Deutschlands, insbesondere Bayerns und Mittelsbachs, das mit dem österreichischen Kaiserhause ja blutsverwandt sei. Das Haus hatte sich zum Zeichen der Zustimmung von den Plätzen erhoben. Die Stadt München hat heute gleichfalls in einer Sitzung ihrer Trauer Ausdruck gegeben.