Politik > Deutsches Reich >

Deutschlands sozialpolitische Leistungen

Obwohl für unser Vaterland, wo der Arbeiter mit regelmäßigem lohnenden Erwerb rechnen kann und einen Aufschwung der Lebenshaltung durchgemacht hat, wie in keinem anderen Lande der Welt, nicht der geringste Anlass besteht, andere Staaten in der Schaffung sozialpolitischer Gesetze und Fürsorgeeinrichtungen zu überbieten, ist die Überlegenheit Deutschlands auf sozialpolitischem Gebiete über jeden Zweifel erhaben und auch vom Auslande allgemein anerkannt. Das hindert natürlich unsre Sozialreformer der roten und rosaroten Spielart nicht im mindesten, das Gegenteil zu behaupten und immer neue Forderungen zu erheben, angeblich, damit Deutschland nicht durch andere Länder in den Schatten gestellt werde. Dieser Irreführung der öffentlichen Meinung tritt der soeben erschienene Nachtrag zum Jahresbericht der Handelskammer zu Osnabrück in beweiskräftigen Ausführungen entgegen. … weiterlesen

Wissenschaft und Technik > Erfindungen >

Versuchsfahrten mit neuen Riesenlokomotiven

Auf der neuen Vollbahnstrecke von Liegnitz nach dem Riesengebirge werden zurzeit im Schnellzugverkehr Versuche mit neuen Riesenlokomotiven angestellt, die durch ihre gewaltigen Abmessungen in Fach- und Laienkreisen Aufsehen erregen. Sie stellen einen ganz neuen Typ dar und laufen auf vierzehn Rädern von denen acht in zwei amerikanischen Drehgestellen vereinigt sind. Der in dem gewaltigen Kessel erzeugte Dampf wird, ehe er als Triebkraft in Funktion tritt, in einem besonderen komplizierten Apparat, dem Schmidtschen Rauchröhren-Überhitzer auf ungefähr 350 Grad überhitzt. … weiterlesen

Politik > International >

Die österreichisch-serbische Spannung

Wien hat gestern eine sehr schlechte Börse gehabt. Da heißt es, die Aufgeregten beruhigen. Und mit Recht. Denn trotz der Schwierigkeiten und Unklarheiten muss die Stellung Östrerreich-Ungarns in dem Verhältnis zu Serbien so stark erscheinen, dass zu ernsthaften Befürchtungen kein Anlass vorliegt. Die halboffiziöse Presse in Wien und in Budapest hat denn auch das Beruhigungswerk gründlich besorgt. Eine eindringlichere Sprache reden die Tatachen selbst. Das Befinden des Kaisers ist den Umständen nach ausgezeichnet; hat doch Kaiser Franz Joseph gestern sogar in früher Morgenstunde seinen ersten diesjährigen Tagausflug unternehmen können. Der Kriegsminister v. Krobatin geht heute in Urlaub, was, selbst wenn es nur eine Demonstration sein sollte, unter allen Umständen beruhigend wirken muss. Schließlich ist auch der gestrige Tag, gleich dem Sonntag, in Belgrad ohne Zwischenfall verlaufen. … weiterlesen

Lifestyle > Vom Hofe >

Hof- und Personalnachrichten

Balestrand, 14. Juli. Nachdem Se. Maj. der Kaiser heute vor dem ersten Frühstück einen zweistündigen Spaziergang unternommen hatte, hielt vormittags der Chef des Marinekabinetts Vortrag. Danach erledigte der Kaiser noch Sachen für den nach Berlin zurückkehrenden Kurier und machte gegen Abend wieder rum einen längeren Landausflug. An Bord ist alles wohl.

Lifestyle > Reise >

Die Reisezeit

Wenn man Interlaken betritt und die großen mehrstöckigen Hotels und die reichen Läden sieht, dann glaubt man in eine Großstadt eingefahren zu sein. Auf den Straßen wogt und flutet es von vielfältigem Leben: elegante Frauen rauschen vorüber; Männer mit gebräunten Gesichtern schreiten in leichtem Schritt froh und wohlgemut vorbei. Es fehlt aber der Staub, der Ruß und das Hasten der Stadt; ein stiller Feiertagsfrieden liegt über den Ort und die Menschen ausgegossen. … weiterlesen

Wirtschaft > Die Kolonien >

Koloniales

Die Teilnehmer der auf Anregung und unter Mitwirkung des heimischen Arbeitsausschusses der Ausstellung Daressalam 1914 von der Deutschen Kolonialgesellschaft veranstalteten Freireise für Handwerker, Lehrer, Arbeiter usw. haben sich gestern in Hamburg an Bord des Dampfers „General“ nach Daressalam eingeschifft. Zur Verabschiedung hatten sich eingefunden von der Kolonialgesellschaft Graf Schweinitz und vom heimischen Arbeitsausschuß der Präsident Direktor Dr. Gorge und Assessor Schönberg.

Allgemein >

Koloniales

Nach einer Kabelmeldung aus Derassalam ist die Endstrecke der Bahn Maloiarossi – Kigoma am 1. Juli abgenommen und der Ostafrikanischen Eisenbahngesellschaft übergeben worden. Zu deren Händen liegt nunmehr der Betrieb der gesamten Bahnlinie bis zum See. Das abgelaufene Kalenderjahr 1913 war für den Betrieb der Tanganjikabahn nicht ungünstig, wenn auch der Baugutverkehr infolge der fortschreitenden Vollendung des Bahnbaues eine starke Abnahme gegen das Vorjahr zeigt: in Tonnen um 31,8 v. H., in Tonnenkilometern um 16,9 v. H. Die Einnahmen haben infolge dessen allerdings um 179269 M. gegen das Vorjahr abgenommen; da es aber gelang, die Vertriebsausgabe einzuschränken, so ergibt sich bei dem Betriebsüberschuß noch eine Steigerung gegen das Vorjahr um 64 496 M. Der öffentliche Güterverkehr zeigt eine erfreuliche Steigerung um 139 551 M. = 10 v. H., was auf eine befriedigende Weiterentwicklung schließen lässt. Die Einnahmen aus dem Personen- und Tierverkehr und nur unwesentlich gesteigert.

Politik > International >

Frankreichs mangelhafte Rüstung

Seit im August 1897 Felix Faure auf der Rede von Kronstadt zuerst das Wort von den „befreundeten und verbündeten Nationen“ sprechen durfte, das Zar Nikolaus in seiner Antwort bestätigte, ist es der höchste Ehrgeiz jedes französischen Präsidenten, gen Petersburg zu fahren und sich beim Zaren sozusagen zu „melden“. Erst dadurch erhält seine Präsidentschaft die höheren Weihen der Bestätigung. Von Poincaré, dessen Ehrgeiz in mancher Bezeihung dem Felix I. verwandt zu sein scheint, darf man annehmen, dass er auf die russische Reise brennt. Mit dem gleichen Recht aber wird man annehmen dürfen, dass nicht wenig Leute in Frankreich ihm den Dämpfer von Herzen gönnen, den die Senatsdebatten der Vorfreude wie der eigentlichen Feststimmung bei der Präsidentenreise aussetzen werden. … weiterlesen

Kultur & Gesellschaft > Panorama >

Rasputin

Aus Petersburg telegraphiert unser Korrespondent: Der Priester Griori Rasputin, der sonderbare Heilige am russischen Zarenhof ist gestern nachmittag den Folgen des gegen ihn gerichteten Attentats nach der zweiten Operation erlegen, ohne das Bewusstsein wiedererlangt zu haben. Der Dolch der Mörderin Gussewa hatte den Darm an mehreren Stellen durchschnitten, so dass Blutvergiftung eintrat. … weiterlesen