Wissenschaft und Technik > Rekorde >

Oelerichs Rekordleistung nach oben korrigiert

Leipzig, 16. Juli

Der Weltkrekordflieger Heinrich Oelerich, der, wie berichtet, am Montag den bisherigen Höhenweltrekord im Alleinflug von Linnekogel (6570 Meter) erheblich überboten, hatte nach den ersten Messungen eine Höhe von 7500 Metern erreicht. Wie nunmehr das physikalische Institut der Leipziger Universität unter Zugrundelegung einer Temperatur von 0 Grad berechnet hat, beträgt die von Oelerich erreichte Höhe sogar 8100 Meter. Nach Eingang der genauen Temperaturmeldungen des Observatoriums Lindenberg sind jedoch noch einige Meter abzuziehen; immerhin dürfte die erreichte Höhe über 8000 Meter liegen. Um so schwieriger dürfte es jetzt den Franzosen, die eifrig auf der Suche nach einem Nachfolger des toten Legagneur sind, werden, den Höhenweltrekord wieder an sich zu bringen.

Lifestyle > Reise >

An der Salzkammergut-Bahn

Seit nahezu zwei Jahrzehnten lebe ich gewissermaßen in Monogamie mit dem Salzkammergut. Ich kenne kein anderes Reiseziel neben ihm. Ich wahre ihm die Treue mit einer Beharrlichkeit, die einen Beweis für meine ganze moralische Rückständigkeit bildet. Ich kenne jede Einsattelung in seinen Bergen. Ich habe alle Lieblichkeiten seiner Talweiten durchwandert. Ich habe an jedem seiner tiefeingeschnittenen Seebecken lautlose Stunden der Einsamkeit durchgrübelt und durchträumt. Unter den Laubdächern seiner Weißbuchen mache ich meine Morgengänge. An den farbigen Blumenpolstern seiner Alpenwiesen wird mein Auge jung. An dem Ufersaum seiner versteckten Weiher treffe ich mich mit vergangenen Tagen, die um mich gespenstern … und die Erinnerungen öffnen weit ihre Kelche. … weiterlesen

Politik > International >

Zur Mobilisierung der britischen Flotte

Am 18. Juli findet die Flottenparade auf der Spithead Reede vor König Georg statt. Sie ist nur ein äußerliches Prunkschauspiel, für das Volk inszeniert, das im Übrigen aber für deutsches Empfinden recht geringes Interesse für dergleichen bekundet. Weit wichtiger ist die mit der Parade eingeleitete Probemobilmachung der gesamten Heimatflotte. Während bei der Revue vor dem König nur ungefähr 200 Schiffe und Fahrzeuge aufmarschieren, weil die Reede von Spithead nicht mehr Raum gewährt, werden in den Tagen vom 15. bis zum 25. Juli insgesamt 493 Gefechtseinheiten mobilisiert sein, das heißt sich in gefechtsbereitem Zustand befinden. … weiterlesen

Kultur & Gesellschaft > Panorama >

Das Attentat auf Rasputin

Außer dem Wodkakonsum und den Massenhinrichtungen funktioniert im großen heiligen Russland eigentlich nur noch eins einigermaßen zufriedenstellend. Das ist die Geheimpolizei und vor allem ihre geschickte Verdunkelung alles dessen, was am Zarenhof geschieht. Das Attentat der Bäuerin Cussowa auf den „Heiligen“ Rasputin beleuchtet einmal wieder dieses Dunkel. … weiterlesen

Wissenschaft und Technik > Katastrophen und Unglücke >

Die Hitze

Von Tag zu Tag machen sich die Einwirkungen der anhaltenden Hitzeperiode immer drückender fühlbar. Alles stöhnt unter der ungemein hohen Temperatur, und der allgemeine Wunsch auf eine endliche durchgreifende Abkühlung dürfte, wenn man die Voraussagen der Wetterkundigen heranzieht, vorläufig keine Erfüllung finden. Wenn der Montag mit seinen 33 Grad im Schatten als der heißeste in diesem Jahre bezeichnet wurde, so darf man sagen, dass der gestrige Tag den „Rekord“ noch gebrochen hat. Schon in der zwölften Stunde registrierte die Quecksilbersäule fast 32 Grad, und bis zum Nachmittag stieg sie sogar bis auf 34,5. Das ist die höchste Temperatur, die wir seit vielen Jahren zu verzeichnen hatten. … weiterlesen

Kultur & Gesellschaft > Panorama >

Das Kind in der Statistik

Das soeben erschienene Statistische Jahrbuch für 1914 enthält in der großen Fülle seiner Tabellen und Übersichten eine Reihe statistischer Angaben, die, herausgehoben und in inneren Zusammenhang gebracht, einen interessanten Beitrag liefern zu der Rolle, die das Kind – zunächst durch die Tatsache seiner Existenz, sodann als Glied mannigfacher kultureller Beziehungen – im sozialen Organismus spielt. … weiterlesen

Kultur & Gesellschaft > Die Frau >

Mutterberuf und kapitalistische Ausbeutung

Überaus schwere Anklagen gegen die herrschende Staats- und Gesellschaftsordnung finden wir in der letzten Nummer der in Koblenz erscheinenden katholisch-sozialen Halbmonatsschirft „Stände-Ordnung“. In einem Artikel, der sich mit der Frage des Geburtenrückganges befasst, wird auch über die mütterliche Pflicht des Selbststillens der Säuglinge gesprochen. Die Vernachlässigung dieser Pflicht, wo die Mutter sie erfüllen kann, wird als Verkommenheit bezeichnet; indes dürfe man hier nicht blind verallgemeinern. … weiterlesen

Politik > International >

„Schritte“ in Serbien

Aus Wien wird uns vom 14. Juli geschrieben:

Was planen die österreichischen Machthaber? Die äußeren Vorgänge unterscheiden sich diesmal sehr auffällig von dem, was man während der zwei großen Konflikte mit Serbien, dem nach der Annexion und dem in Frage der Räumung der besetzten Küstengebiete nach den Balkankriegen, erlebt hat. Während der Ballplatz (Sitz des Außenministeriums Österreich-Ungarns, d. Red.) damals mit dem Aufgebote eines argen Lärms arbeitete, kein Mittel zur Erregung der Leidenschaften verschmähte und seine „Entschlossenheit“ in den grellsten Farben malte, befleißigen sich die offiziellen Kreise diesmal einer Zurückhaltung, die man loben müsste, wenn man hoffen dürfte, dass sie echt sei. … weiterlesen

Lifestyle > Mode >

Das deutsche Kleid

Unsre deutschen Kleiderkünstlerinnen haben schon soviel Gutes geleistet, sie haben so oft bewiesen, dass sie Geschmack, Farben- und Formensinn, Technik und eigene Ideen haben, dass man sich fragen muss: warum haben sie noch keine deutsche Mode geschaffen? … weiterlesen

Lifestyle > Vom Hofe >

Hof- und Personalnachrichten

Balestrand, 15. Juli
Nach einem frühmorgens unternommenen mehrstündigen Spaziergang hörte Se. Maj. der Kaiser und das Gefolge einen kriegsgeschichtlichen Vortrag des Generalleutnants Frhrn. v. Freytag-Loringhoven. Am späten Nachmittag fuhr der Kaiser mit den Herren seiner Umgebung an Land und nahm den Tee im Garten des Professors Dahl.