Wirtschaft > Die Kolonien >

Koloniales

Am 20. Juni 1914 starb zu Berlin der kaiserliche Oberleutnant in der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika, Herr Kurt Johannes. Seit der Bildung der Wißmanntruppe im Jahre 1889 ist sein Name mit der Geschichte der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika verknüpft. Über 24 Jahre widmete er seine Kraft der Entwicklung unserer Kolonie Deutsch-Ostafrika, im Kriege wie im Frieden ein ganzer Mann. Von verschiedenen Seiten ist der Wunsch laut geworden, das Andenken an den leider so früh Verstorbenen für alle Zeiten durch einen in Daressalam zu errichtenden Gedenkstein wach zu halten. Die Beiträge wolle man a) aus Deutschland an die Dep.-Kasse A der Deutschen Bank, Berlin W., Mauerstraße, b) aus der Kolonie an das Kommando der Schutztruppe, Daressalam, senden unter der Bezeichnung: „Denkmalfonds Johannes, Deutsch-Ostafrika“.

Sport > Motorsport >

Mein Sieg im Automobil-Grand-Prix

Als am Ende des letzen Jahres bekannt wurde, dass 1914 wieder ein Grand Prix großen Stiles gefahren werden sollte, und nachdem sich meine Firma, die Daimler-Motorengesellschaft in Untertürkheim, bereit erklärte, an diesem bedeutungsvollen Automobilrennen teilzunehmen, war es für mich beschlossene Sache, einen Wagen zu steuern, und zwar um so mehr, als wir vom vorigen Jahr her noch eine kleine Scharte in Frankreich auszuwetzen hatten, die nebenbei bemerkt infolge ungenügender Vorbereitung eigentlich vorauszusehen gewesen war. … weiterlesen

Lifestyle > Vom Hofe >

Hof- und Personalnachrichten

Balestrand, 17.Juli. Heute früh machte Se. Maj. der Kaiser gegen 7 1/2 Uhr einen fast zweistündigen Spaziergang in die Berge und besichtigte nach dem ersten Frühstück das vorgestern hier eingelaufene Schulschiff „Viktoria Luise“. Nachmittags bearbeitete der Kaiser die mit dem Kurier um 2 Uhr aus Berlin eingetroffenen Sachen und unternahm gegen Abend abermals einen Spaziergang an Land. Wetter andauernd prächtig, sehr warm.

Kultur & Gesellschaft > Panorama >

Ein Frauenmord in Oranienburg

Ein unter geheimnisvollen Umständen erfolgter Mord und Selbstmordversuch hat die Bevölkerung von Oranienburg in den gestrigen Abendstunden in große Aufregung versetzt. Dort ermordete der in der Leynitzstraße 21 wohnende Pensionär Franz Collin seine in der Mitte der dreißiger Jahre stehende Wirtschafterin Frl. Linke durch Dolchstiche und suchte sich dann selbst durch mehrere Stiche in die Herzgegend zu entleiben. Zu dem Verbrechen erfahren wir folgende Einzelheiten: … weiterlesen

Politik > International >

Die österreichisch-serbische Spannung

Wien, 18.Juli

Vor einigen Tagen hat sich der serbische Ministerpräsident Paschitsch zu einem deutschen Journalisten in sehr scharfer Weise über die Beziehungen zwischen Österreich und Serbien geäußert. Diese Äußerungen gelten hier als Anzeichen dafür, dass die kommende Auseinandersetzung zwischen Wien und Belgrad sich nicht glatt vollziehen wird und dass die serbischen Regierungskreise der österreichisch-ungarischen Monarchie gegenüber dieselbe Taktik wie bei früheren Gelegenheiten zu befolgen gesonnen seien. In Wien ist man aber, so wird wenigstens an zuständigen Stelle nversichert, entschlossen, sich diesmal von Serbien nicht hinhalten zu lassen und die notwendigen Forderungen in entschiedener Weise zu stellen und durchzusetzen. … weiterlesen

Wirtschaft > Von der Produktenbörse >

Die Aussperrung in der Niederlausitz

Heute werden die Tuchfabrikanten, die dem Arbeitgeberverband der Niederlausitzer Tuchindustrie angehören, ihre Betriebe schließen und ihre Arbeiter aussperren. Nach Berechnungen dieses Unternehmerverbandes werden von diesem Tage an 28 700 Arbeiter und Arbeiterinnen mit 143 000 Familienangehörigen die existenzlosen Opfer brutaler Scharfmacherwillkür sein. Die andere Wirkung ist die, dass durch die Aussperrung der Arbeiterschaft auch zahlreiche kleine Unternehmer, besonders in Torst, in die Gefahr kommen, ihre Existenz einzubüßen. Hinzu kommt weiter, dass zahlreiche Firmen aus den Kreisen der Tuchhändler und Konfektionäre, die in der Niederlausitzer Tuchindustrie Aufträge placiert haben, in arge Bedrängnis geraten. … weiterlesen

Lifestyle > Mode >

Pariser Hutputz

Wenn man sagt, dass unsere Hüte mit allerhand Luftigem, Duftigem besetzt werden, so stimmt das im doppelten Sinne, denn ein großer Teil der schmückenden Zutaten kam aus der Luft auf unsere Hüte herab. Das trifft nicht nur auf die Federn verschiedener Art zu, sondern vor allem auf die ganzen Vögel. Traurig, aber wahr, harmlose Täubchen werden heute nicht nur zu hunderttausenden geschlachtet, gerupft, dressiert, um, mit Speckumkränzten, fetten Brüstchen in Reih und Glied auf den Ladentischen aufgestapelt, unsere Gaumen zu locken, nein, sie liegen jetzt dort auch herum, um unsere Augen zu locken: ungerupft und ungebraten, aber ausgebalgt und mit falschen, spitzigen Schnäbelchen à la mode herausstaffiert, und an das Hinterteil wird ihnen so eine Art moderner, spitzer Schleppe angestückelt, wodurch ein „Märchenvogel“ entsteht. Ein „blauer Vogel“ oder auch wohl ein weißer, dem ein Platz gleich vorn in der Mitte auf marineblauen oder weißen Canotiers angewiesen wird, aus Taffet oder Atlas oder Treppe francais – namentlich aus diesem. Und der Trägerin dieses Kunstwerks bleibt der Gedanke fern, ob es nicht barbarischer und sinnloser ist, den kleinen Vogel für den Putz hinzumorden, als für den Magen. … weiterlesen