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Die vermittelnden Schritte der Mächte

Ein Wiener Blatt hat gemeldet, dass die Serben die Eisenbahnbrücke über die Donau zwischen Belgrad und Semlin in die Luft gesprengt hätten. Die Nachricht ist bisher von anderer Seite nicht bestätigt worden. Wie kaum erst gesagt zu werden braucht, wäre die Sprengung der Donaubrücke ein Akt von unbestreitbarer strategischer Wichtigkeit. Sie würde zugleich die erste wirkliche Kriegstat sein und Serbien hätte dann, da die Brücke österreichisches Eigentum ist, den Krieg begonnen. In unterrichteten Kreisen erklärt man im Übrigen die allgemein auffallende Tatsache, dass die Österreicher Belgrad noch nicht besetzt haben, nicht mit diplomatischen, sondern mit rein militärischen Gründen. Es scheint, dass die Aktion erst beginnen soll, wenn der österreichische Aufmarsch vollendet ist. … weiterlesen

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Das Tanzturnier in Schwinemünde

Ein blendendes gesellschaftliches Bild zeigte in den letzten Tagen das Seebad Swinemünde. Wenn auch die Wolken am politischen Horizont sich zusammengeballt hatten, wenn auch alle Kurgäste mit der gleichen Teilnahme wie die in Berlin Zurückgebliebenen sich in die Flut der Ereignisse stürzten, so stürzte man sich aber doch auch mit nicht geringerer Begeisterung in die rauschenden Wogen der modernen Tanzweisen und in die rhythmische Flut des ewig schönen Wiener Walzers. Das von der Direktion des Admiralspalastes veranstaltete Tanzturnier, das von der Kurdirektion eifrig gefördert und als willkommene Ergänzung der Saisonfreuden aufgenommen war, hatte alle Kurgäste mobil gemacht. Die Beteiligung war überaus groß, und nicht nur die Berufstänzer und siegreichen Champions des Parketts waren zur Stelle, sondern die Damen der Gesellschaft nahmen froh die Gelegenheit, Grazie und Kunst, Erlerntes und Erlebtes im lichtumfluteten Ballsaal zu zeigen. … weiterlesen

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Die Bemühung zur Lokalisierung des Krieges

Vor allen Dingen und vor aller politischen Diskussion scheint es notwendig, dass man die Jünglinge und die Männer, die in den letzten beiden Nächten so begeistert durch die Berliner Straßen lärmten, zum Schlafengehen bewegt. Eine Verquickung der auswärtigen Politik mit Straßenradau ist nicht wünschenswerten, und nur ganz unreife Jungen können sich heldenhaft dünken, wenn sie Unter den Linden „Nieder mit Russland!“ schreien. Man vermisst das vorsorgende Walten des königlichen Polizeipräsidiums, das anderen Manifestationen so tatkräftig entgegentritt, und man darf wohl hoffen, dass diese sonst so wachsame Behörde in den nächsten Wochen genau aufpassen wird. Die Manifestanten, die ihren Stammtisch und ihre Studentenkneipe verlassen hatten und zum Teil die Damenbedienungen mitbrachten, haben sich nun hinreichend ausgetobt. Die äußere Politik verträgt nur eine innere Begeisterung. … weiterlesen

Lifestyle > Vom Hofe >

Die Rückkehr des Kaisers nach Berlin

Der Kaiser hat, wie wir bereits gestern melden konnten, seine Nordlandreise abgebrochen und kehrt nach Berlin zurück. Offiziös wird diese unsere Mitteilung jetzt in folgender Form bestätigt:

Berlin, 26. Juli. Seine Majestät der Kaiser befindet sich, einige Tage früher als ursprünglich beabsichtigt war, auf der Heimfahrt von der Nordlandreise und wird wahrscheinlich im Laufe des morgigen Tages zurückkehren. … weiterlesen