Kultur & Gesellschaft > Panorama >

Papst Pius X.

Rom, 20. August. (Privat-Telegramm.)
Papst Pius X. ist heute früh um 1 Uhr 20 Minuten gestorben.

In der Zeit einer allgemeinen Weltwende ist Papst Pius X. dahingegangen – ein Ereignis, das in jedem anderen Augenblich die allgemeiner Aufmerksamkeit auf Rom konzentriert hätte, und das heute, wo alles wankt und alles neu wird, nicht ganz so tief wirkt. Wenig gilt uns in diesen Tagen, wo die Kanonen das letzte Wort zu sprechen scheinen, der Anspruch der römischen Kirche auf die geistige Herrschaft über alle Reiche und Völker der Welt! Aber nach dem Lärm dieser Tage wird die Stille der Besinnung kommen, und dann wird man auch die Zeit finden, eingehender zu erwägen, was Pius X. für seine Generation war, und in welcher Richtung die römische Kirche unter seiner Leitung sich entwickelte. Denn auch in diesen lärmenden Tagen sollte man nicht völlig übersehen, dass es zuletzt die Ideen sind, die die Welt beherrschen. … weiterlesen

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Vom Sterbelager des Papstes

Rom, 20. August, 1 Uhr früh.

Der Papst liegt in der Agonie. Sein Hinscheiden kann jeden Augenblick erfolgen.

Die Verschlimmerung.

Der Papst erhält die Sterbesakramente.

Rom, 19. August.

Das Befinden des Papstes, der an einem leichten Katarrh erkrankt war, hat sich plötzlich verschlimmert. Der Papst wurde heute Vormittag 10 bewusstlos, kam aber durch Sauerstoff wieder zu sich und empfing die Sterbesakramente. Der Katarrh verbreitet sich über die linke Lunge, das Herz ist schwach, aber die Fieberreaktion noch sehr hoch, was bei Greisen ein gutes Zeichen ist. Um 6 Uhr ist eine leichte Besserung eingetreten, der Tod wird  jedoch jeden Augenblick erwartet. Das Konklave fände natürlich in Rom statt. … weiterlesen

Politik > International >

Deutsche Erfolge im Untereslass und in Belgien

Sieg über eine französische Brigade bei Schlettstadt. – Französische Kavallerie bei Namur geschlagen.
Amtlich wird bekanntgegeben: Bayrische und badische Truppen schlugen die bis Weiler, 15 Kilometer nordwestlich Schlettstadt vorgedrungene französische 55. Infanteriebrigade, brachten ihr große Verluste bei und warfen sie über die Vogesen zurück.

W. T. B. meldet vom 19. August: Die französische fünfte Kavalleriedivision wurde heute unter schweren Verlusten bei Perwez, nördlich Ramur, von unserer Kavallerie zurückgeworfen.

Gegen sieben Uhr verbreitete sich plötzlich in ganz Berlin das Gerücht, Nanch sei genommen worden. Es wurde erzählt, dass Offiziere dem Publikum die Mitteilung überbracht hätten. Auf dem Potsdamer Platz und an vielen anderen Punkten der Stadt sammelten sich große Menschenmengen an, die auf eine Bestätigung durch Extrablätter warteten. Das Gerücht war ganz unbegründet, an keiner der militärischen Stellen, die zuerst informiert sein müssten, lag eine Nachricht über den Fall von Nanch vor. Dagegen wurden im Laufe des Abends zwei Nachrichten bekanntgegeben, die zwar keine entscheidende Bedeutung besitzen, aber doch erfreuliche deutsche Massenerfolge verzeichnen: die oben mitgeteilten Nachrichten über die Zurücktreibung einer ins Elsass vorgedrungenen französischen Infanteriebrigade und über die Niederlage einer französischen Kavalleriedivision bei Ramur. … weiterlesen