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Geld und Vermögen in Kriegszeiten

In friedlichen Zeiten nimmt das Publikum in den geordneten Ländern Unbesehens als Geld hin, was der Staat für gut befindet, ihm zu geben. Zwischen Metallgeld und Papiergeld macht es einen ökonomischen Unterschied nicht. Die Vorliebe, die man bald für die eine, bald für die andere Form hegt, wird durch außerökonomische Erwägungen begründet: Erwägungen ästhetischer Natur oder Bequemlichkeitsgründe entscheiden, wenn es überhaupt bis zu einem Entscheide kommt. Man steckt sich lieber fünf Hundertmarkscheine ein, wenn man auf die Reise geht, als fünfundzwanzig Zwanzigmarkstücke; und die Dame mit einem kleinen Geldbeutel weist das silberne Fünfmarkstück zurück, weil es ihr zu unförmig ist. Meist aber richtet sich ein Publikum mehr auf Metallgeld oder mehr auf Papiergeld ein, ohne dass viel erwogen wird, lediglich auf Grund von überkommener Gewohnheit, die in der verschiedenen Form, das Geld zu tragen, ihre festeste Stütze hat. Es gibt dann geradezu Portemonnaieländer und Geldtaschenländer (Deutschland, Österreich), ohne dass sich ein anderer Grund für die Bevorzugung dieser oder jener Geldform anführen ließe, als die auf der verschiedenen Vergangenheit des Geldwesens aufgebaute Volkstradition. … weiterlesen

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Sieg auf Sieg!

Im Großen Hauptquartier ist, wie W. T. B. meldet, folgendes Telegramm des Kaisers Franz Josef an Kaiser Wilhelm vom 24. d. Mts. eingetroffen:

„Sieg auf Sieg! Gott ist mit Euch und wird es auch mit uns sein! Allerinnigst beglückwünsche ich dich, teurer Freund, die jugendlichen Helden. Deinen lieben Sohn, den Kronprinzen, sowie Kronprinz Rupprecht von Bayern und das unvergleichlich tapfere deutsche Heer. Worte fehlen, um auszudrücken, was mich und mit mir meine Wehrmacht in diesen weltgeschichtlichen Tagen bewegt. Herzlichst drück deine starke Hand Franz Josef.“

Der Bürgermeister von Wien hat an Erzherzog Friedrich ein Telegramm gerichtet, in dem er names des Gemeinderates mit der gesamten Bevölkerung den Erzherzog und die tapfere österreichisch-ungarische Armee zu dem glänzenden Sieg bei Krasnik beglückwünscht.

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Einnahme der letzten Forts von Namur

Amtlich wird unterm 26. August gemeldet:

Bei Namur sind sämtliche Forts gefallen, ebenso ist Longwy nach tapferer Gegenwehr genommen. Gegen den linken Flügel der Armee des deutschen Kronprinzen gingen aus Verdun und östlich starke Kräfte vor, die zurückgeschlagen sind. Das Oberelsass ist bis auf unbedeutende Abteilungen westlich Kolmar von den Franzosen geräumt. … weiterlesen

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Nachrichtenzentrale: Bahnhof

Östliches Hauptquartier, 25. August.

Schon in Friedenszeiten bildet in kleineren Städten der Bahnhof den Mittelpunkt des Interesses, wo es häufig was zu sehen und zu hören gibt, und wo man hofft, Neuigkeiten zuerst zu erfahren. Und nun erst während eines entscheidenden Völkerkampfes nahe dem Kriegsschauplatze! Da spielt er die wichtigste Rolle im Leben und Weben der Bevölkerung. Das sieht man auch hier in diesem westpreußischen Städtchen, das an sich schon eine erhebliche strategische und militärische Rolle spielt, und in welchem vielfache Fäden der Heeresleitung zusammenlaufen. Von früher Morgen- bis später Abendstunde wird’s nicht leer auf dem Vorplatze an den Ein- und Ausgängen, in den den Wartesälen. Viele treibt bloße Neugierde her, andere der heiße Drang, vielleicht durch einen Zufall etwas über die Lieben zu erfahren, die vor dem Feinde stehen, wieder andere das Mitgefühl, helfen zu können, wo und wie es nur möglich ist. Die gesamte Umgebung sowie die Bahnsteige werden scharf bewacht, von Landwehrmännern, welche die strengsten Instruktionen haben; zu den Bahnsteigen kann niemand ohne Fahrkarte gelangen. … weiterlesen