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Sozialdemokratische Minister in Frankreich

Die alles Alte umwälzenden Wirkungen des Weltkrieges beginnen sichtbar zu werden. Die Führer der französischen Sozialdemokratie sind in das Ministerium eingetreten und nehmen an der Regierung teil, in der die Vertrauensmänner aller republikanischen Parteien sitzen. Die Radikalen, Sozialistisch-Radikalen und Sozialdemokraten, also die Partei, die mit der Friedensparole den Sieg bei den letzten Wahlen errangen, besitzen trotz der Teilnahme der rechtsstehenden Republikaner eine starke Mehrheit, während ausgesprochener Chauvinisten, wie Clemenceau, an der Regierung nicht teilnehmen. Die sozialdemokratischen Führer, die in das neue Ministerium eingetreten sind, sind nicht etwa rechtsstehende, dem Ministerialismus zuneigende Genossen. Es sind die bedeutendsten Männer der französischen Bruderpartei, der geistreiche, von revolutionärem Temperament sprühende Marcel Sembat, sie stärkste Stütze von Jaurés in dem Kampf für die Verständigung mit Deutschland, und Jules Guesde – Guesde, der alte Kampfgefährte von Marx und Engels, der Begründer und Organisator der marxistischen Richtung in Frankreich, der schärfste und rücksichtsloseste Verfechter des Klassenkampfes, der unermüdlichste Bekämpfer jeder Kompromisspolitik, der ebenso wie Sembat die Spaltung der Billigung des ministerialistischen Experiments vorzog, der unversöhnlichste Feind kapitalistischer, ministerialistischer, imperialistischer Politik. Wie weit Guesde wie auch Sembat entfernt sind und stets entfernt waren von chauvinistischer Kriegsbegeisterung Deutschland gegenüber, das zeigte noch wieder die Rede, die Sembat am Tage der Kriegserklärung in einer großen Pariser Versammlung hielt. … weiterlesen

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Die erstaunten Belgier

Haag, 28. August.

Über die Lage in Brüssel berichten mir Augenzeugen, man sei dort allgemein voll Staunen, dass diese „Nachkommen der Hunnen“, wie die Deutschen oft genannt werden, alles bezahlen und dass niemand verletzt würde. Bemerkenswert ist eine kleine Szene, die umso glaubwürdiger ist, als sie ein Belgier schildert. „In einer der Brüsseler Hauptstraßen,“ sagt er, „sah ich einen deutschen Soldaten sich einem Kinde nähern, es in den Arm nehmen und heftig umarmen. Die Mutter kommt in Angst gelaufen, der Soldat gibt es ihr wieder, hebt drei Finger und sagt in gebrochenem Französisch: „Moi plus voir mes trois enfants.“

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Durch das besiegte Belgien

Aachen, 28. August.

Es ist mir trotz der unnachsichtlichen Sperrung für Zivilisten sank der Liebenswürdigkeit der deutschen Kommandantur gelungen, von Aachen über Lüttich bis Namur und Gembloux zu kommen. In Lüttich wurde am 19. August angeblich von russischen Studenten geschossen. Daraufhin wurden die Straßenzüge und die prachtvollen Geschäfte an der Place de l’Université, gegenüber der Universität, eingeäschert, doch fielen noch immer Schüsse. Die Proklamation des Feldmarschalls von der Goltz befiehlt, dass alle Türen offen und die Fenster nachts erleuchtet sein müssen: nach 7 Uhr abends darf kein Mensch mehr auf der Straße sein. Es gab keine Zeitung, keine Post, kein Telefon, und wurden 5 Francs für eine deutsche Zeitung geboten. Die Zeitrechnung ist deutsch und alles steht unter deutscher militärischer Oberhoheit. … weiterlesen

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Die englische Armee geschlagen

Großes Hauptquartier, 28. August (W. T. B.)

Die englische Armee, der sich drei französische Territorialdivisionen angeschlossen hatten, ist nördlich Saint Quentin vollständig geschlagen. Sie befindet sich im vollen Rückzug über Saint Quentin. Mehrere tausend Gefangene, 7 Feldbatterien und eine schwere Batterie sind in unsere Hände gefallen. Südöstlich Mezières haben unsere Truppen unter fortgesetzten Kämpfen in breiter Front die Maas überschritten. Unser linker Flügel hat nach neuntägigen Gebirgskämpfen die französischen Gebirgstruppen bis in die Gegend östlich Epinal zurückgetrieben und befindet sich in weiterem siegreichen Fortschreiten, der Bürgermeister von Brüssel hat dem deutschen Kommandanten mitgeteilt, dass die französische Regierung der belgischen die Unmöglichkeit eröffnet habe, sie irgendwie offensiv zu unterstützen, da sie selbst völlig in die Defensive gedrängt sein.

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Deutsche Siege an der ganzen Westgrenze

Großes Hauptquartier, 27. August (W. T. B.)

Das deutsche Westheer ist neun Tage nach Beendigung seines Aufmarsches unter fortgesetzten siegreichen Kämpfen in französisches Gebiet von Cambrai bis zu den Südvogesen eingedrungen. Der Feind ist überall geschlagen und befindet sich im vollen Rückzuge. Die Größe seiner Verluste an Gefallenen, Gefangenen und Trophäen lässt sich bei der gewaltigen Ausdehnung der Schlachtfelder in zum Teil unübersichtlichen Wald- und Gebirgsgelände noch nicht annährend übersehen. … weiterlesen

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Die Siegesmeldung im Hauptquartier

Großes Hauptquartier, 27. August.

Im Hauptquartier wird folgende Schilderung der Lage von der Nordsee bis zu den Vogesen ausgegeben: Die Deutschen dringen siegreich vor. Von Nanch wurde ein starker Vorstoß gegen den linken Flügel der Kronprinzenarmee unternommen, die zu beiden Seiten von Longwy den Fein verfolgt. Der Vorstoß wurde abgewiesen, die Verfolgung weiter aufgenommen, wobei die englische Armee bei Maubeuge geschlagen und in der Festung teilweise eingeschlossen wurde. Longwy ist in deutschem Besitz. 3600 Gefangene wurden dort gemacht, darunter 400 Verwundete. Nur ein Geschütz des Feindes ist noch schussfähig, alles andere ist in Trümmern. Erobert wurden 36 Kanonen. Dem Kommandanten, der sich durch Tapferkeit auszeichnete, wurde vom Kronprinzen der Degen belassen. Montmedy steht unter starkem Feuer. Die Armee Kronprinz Rupprechts von Bayern hat vorläufig die Verfolgung des Feindes aufgenommen, da man sonst unter das Feuer von Toul und Verdun gekommen wäre. Man wartet auf den Feind, der offenbar hier Sicherheit sucht. Hier stehen scheinbar auch von Belfort heraufbeförderte Truppen. Sie sind völlig bedeutungslos, da sie anscheinend die Fühlung mit ihrer Armee verloren haben. … weiterlesen

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Der Kampf um Tsingtau begonnen

Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant“ vom 25. August meldet:

Tokio, 24. August. Eine besondere Ausgabe des Blattes „Jamato“ meldet, dass die japanische Flotte den Kampf um Tsingtau begonnen hat. … weiterlesen