Aus Not in den Tod

Arbeitslosigkeit und Nahrungssorgen haben zwei Männer in den Tot getrieben. In der Wusterhausener Straße 4-5 wurde der 53 Jahre alte Bureaudiener Adolf Franzls von seiner Wirtin erhängt aufgefunden. Franzls, der ein möbliertes Zimmer bewohnte, hatte vor vier Wochen seine Stellung verloren und war nun, da er keine Ersparnisse besaß, weder in der Lage die Miete zu entrichten, noch seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. In der Verzweiflung griff er gestern zum Strick und erhängte sich.

In der Mittenwalder Straße 54 hat sich der 54 Jahre alte frühere Maler August Freder mit Leuchtgas vergiftet. Freder bewohnte in dem Hause eine Stube im Keller. Da er keine ständige Arbeit in seinem Beruf finden konnte, machte er Gelegenheitsarbeiten. Einige Mark verdiente er in einer Lumpenhandlung, die sich im selben Keller befand. Der Händler hatte aber wegen seiner schlechten Geschäfte ausziehen müssen. Freder, der jetzt nicht mehr wusste, wie er das notwendigste verdienen könnte, ging durch ein Fenster in den leer stehenden Lumpenkeller, drehte hier den Gashahn auf und vergiftete sich so.