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Opfer der Hitzewelle

Badeunfälle in Groß-Berlin

Die große Hitze hat Berlin und Umgebung viele Menschen ans Wasser gelockt. Doch gleich acht Menschen überlebten die Abkühlung nicht: zum Teil erlitten sie einen Herzschlag, zum Teil ertranken sie.

In der Havel bei Gatow ertrank ein bisher noch unbekannter junger Mann von etwa 25 Jahren. Er hatte sich, ohne schwimmen zu können, an einer tiefen Stelle in den Fluss hinausgewagt. Die Kleider, die auf einen den besseren Ständen Angehörigen schließen lassen, trugen keinerlei Erkennungszeichen. Die Leiche wurde geborgen.

Sonntagnachmittag wurde beim Baden im Schamützelsee der Freiherr Kurt v. Spiegel aus Wilmersdorf vom Herzschlag getroffen. Er sank unter und wurde geborgen. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.

Im Tegeler See ertrank der 16-jährige Kaufmannslehrling Paul Konrad. Er war von einem Ruderboot ins Wasser gesprungen und versank sofort in den Fluten. Die Leiche konnte noch nicht geborgen werden.

An der gleichen Stelle ertrank ein 19 Jahre alter Kaufmann, dessen Personalien noch nicht festgestellt wurden.

Im Tiefensee ertrank gestern Nachmittag ein 18 Jahre alter Katasterbeamter aus Glienicke. Die Leiche wurde durch die bei ihm weilenden Freunde geborgen.

Im Freibad Rahnsdorf ertranken am Sonntagmorgen die beiden Schuhmachergehilfen Griegolski und Frase aus der Weberstraße. Sie schwammen gemeinschaftlich in das freie Wasser. Der eine ging unter und rief um Hilfe. Der andere schwamm auf ihn zu, doch ehe er Hilfe bringen konnte, wurde auch er, anscheinend vor Aufregung, ohnmächtig und versank. Die Leichen wurden geborgen.

Der 67 Jahre alte Rentier Schierenbeck, der sich einer Vereinsdampferpartie nach den Havelseen angeschlossen hatte, wollte wegen der großen Hitze ein erfrischendes Bad nehmen, wobei er ertrank. Vermutlich hat ein Herzschlag dem Leben des alten Herrn ein Ende bereitet.