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Ablehnung des Ultimatums

Begeisterung in Wien

Nach der Ablehnung der österreichischen Forderungen durch Serbien ist der diplomatische Gesandte bereits aus Wien abgereist. Als die Ablehnung in der österreichischen Hauptstadt bekannt wurde, zogen die Wiener feiernd durch die Straßen.

Wien, 25. Juli

Die Straßen der inneren Stadt waren von einer nach Tausenden zählenden Menge belebt, die nach der Bekanntgabe der Ablehnung der Forderungen durch Serbien singend und jubelnd über die Ringstraße vor das Kriegsministerium zog. Dort wurden die Volkshymne und das Prinz-Eugen-Lied gesungen. Sobald ein Offizier das Haus verließ, wurde er mit jubelnden Zurufen begrüßt. Die Offiziere dankten durch Salutieren und Schwenken der Kappe. Die Menge zog dann vor das Deutschmeisterdenkmal, dann weiter zum Schwarzenberg-Denkmal, wo sich die Kundgebungen wiederholten.

Sodann begab sich der Zug in das Botschaftsviertel, um dort begeisterte Kundgebungen vor der deutschen Botschaft auszubringen. Das Botschafterviertel war im weiten Umfange, da auch die russische Botschaft sich dort befindet, von berittenen Polizisten abgesperrt. Vor die russische Botschaft konnte die Menge nicht gelangen. Die Menge zog dann vor die italienische Botschaft, wo sich die Kundgebungen erneuerten. Auch die serbische Gesandtschaft blieb in weitem Umkreise abgesperrt. Der serbische Gesandte ist in später Abendstunde über Budapest abgereist. Die patriotischen Kundgebungen wiederholten sich die ganze Nacht hindurch. In Budapest zog das Militär mit Lampions und Musikbegleitung durch die Straßen, patriotische und nationale Lieder spielend. Auch in Bad Ischl und anderen Städten fanden begeisterte Kundgebungen statt.