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Zum Gefecht bei Stallupönen

Berechtigte Zuversicht

Nach mehreren Vorstößen der russischen Kavallerie bei Endtkuhnen hat die deutsche Armee zurückgeschlagen und auch im Osten einen Sieg errungen. 3000 Russen und sechs Maschinengewehre fielen in deutsche Hände.

Wie wir heute morgen schon meldeten, haben am 17. August Truppen unseres 1. Armeekorps (Provinz Ostpreußen) ein siegreiches Gefecht bestanden. Es hat in der Gegend bei Stallupönen stattgefunden, etwa 15 Kilometer westlich der russischen Grenze an dem Knotenpunkt der Bahnlinien nach Königsberg und Memel. Schon wiederholt war diese wichtige Gegend Gegenstand russischer Angriffe. Am 6. August war es die dritte russische Kavalleriedivision, welche bei Romeiken, südlich Endtkuhnen, erschien. Sie ging aber sofort zurück, als deutsche Kavallerie auftauchte. Dann erschien dieselbe Kavalleriedivision einige Tage später wiederum und wurde von drei deutschen Grenzschutzkompagnien und etwas Feldartillerie zum zweiten Mal über die Grenze gejagt. Der am 17. August auf Stallupönen gemeldete russische Vorstoß hat nun zu einem Siege geführt, der die Russen mehr als 3000 Gefangene und sechs Maschinengewehre verlieren ließ.

Die amtliche Meldung des Generalkommandos des 1. Armeekorps spricht dann weiter von vielen russischen Maschinengewehren, die unbrauchbar gemacht wurden, weil sie nicht mitgeführt werden konnten. Aus dem Wortlaut der Meldung schließen zu wollen, dass unsererseits nach dem Sieg ein Rückzug notwendig wurde, so dass die russischen Maschinengewehre aus diesem Grunde nicht heimgebracht werden konnten, ist unberechtigt. Es brauchten nur sämtliche Zugtiere der russischen Maschinengewehrabteilungen gefallen zu sein, das machte schon einen sofortigen Transport der Beute unmöglich.

Zeigt uns auch dieser erneute Vorstoß russischer Heereskavallerie gegen wichtige deutsche Grenzpunkte und Eisenbahnlinien, daß man so lange mit derartigen Unternehmungen rechnen muss, bis ein vernichtender Schlag gegen die russischen Streitkräfte gegenüber der deutschen Grenze geführt ist, so liegt doch kein Grund vor, an der Gunst der allgemeinen Lage zu zweifeln. Im Gegenteil, wie wir glauben versichern zu dürfen, ist vertrauensvolle Zuversicht für die Lage in unseren östlichen und westlichen Grenzlanden durchaus berechtigt.