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Hamburger Hafen

Brandkatastrophe bei Blohm und Voß

Im Hamburger Hafen ist auf der Werft Blohm & Voß ein Feuer ausgebrochen. Wegen der heftigen Rauchentwicklung konnten nicht mehr alle Werftarbeiter fliehen. Mindestens drei von ihnen starben, zahlreiche wurden verletzt.

Auf der Werft von Blohm und Voß in Hamburg gerieten gestern Nachmittag gegen 4 1/2 Uhr die hölzernen Unterstützungen des für Rechnung der Werft im Bau befindlichen Docks in Brand. Das Feuer griff in rasender Geschwindigkeit um sich, so dass leider nicht alle Arbeiter flüchten konnten. Bisher wird die Zahl der Toten auf drei angegeben. Die Zahl der Verletzten steht noch nicht fest, dürfte jedoch größer sein, da, abgesehen von den durch Brandwunden Verletzten, verschiedene Arbeiter bei der schleunigen Flucht, die durch große Rauchentwicklung außerordentlich behindert wurde, durch Herunterspringen Knochenbrüchen erlitten haben.

Die Wehr der Werft sowie die Hamburger Feuerwehr waren mit vier Zügen und sieben Spritzendampfern bei den Löscharbeiten mit 30 Rohren tätig; um etwa 6 Uhr hatte die Feuerwehr den Brand in der Gewalt. Die Meldung, dass bei dem Brande drei Menschen ums Leben gekommen sind, scheint sich, im späteren Telegramme zufolge, glücklicherweise nicht zu bestätigen. Bisher hat man nur einen Nietenjungen gefunden, der sich nicht mehr retten konnte. Elf Mann sind verletzt worden, anscheinend keiner lebensgefährlich. Sieben von ihnen wurden im Krankenhause behalten. Sie haben teilweise Brandwunden und teilweise innere Verletzungen und Beinbrüche, durch Herunterspringen veranlasst, erhalten. Vier konnten gleich wieder entlassen werden. Man bist damit beschäftigt, das Innere des Docks zu untersuchen, hat aber bisher noch keinen Toten gefunden. Die Entstehungsursache des Feuers hat sich noch nicht ermitteln lassen. Man vermutet, dass sich entweder ein Schweißbrenner entzündet hat, oder dass sich bei dem schon vorbereiteten Stapellauffschlitten für das Dock, der mit Talg geschmiert war, irgend etwas entzündet hat. Der Schaden, der an dem Dock angerichtet worden ist, ist ziemlich groß. Es ist jedoch geglückt, das Helgengerüst immer unter Wasser zu halten und zu retten.