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Aus Armut

Butter aus Menschenmilch

Eine Ungarin, deren Kind nach weniger Tagen starb, hat aus Not heraus ihre Muttermilch zu Butter verarbeitet und auf dem Markt verkauft.

Unser Budapester Bruderorgan „Volksstimme“ weiß eine grauenhafte Mitteilung zu machen, die herzzerreißend und selbst für die verrotteten Zustände in Ungarn geradezu beispiellos ist. Der Stadtphysikus hielt auf dem Lebensmittelmarkte eine Inspizierung und konfiszierte bei einer Ruthenin Butter, deren Farbe und Geschmack verdächtig war. Die chemische Untersuchung führte zur überraschenden Entdeckung, dass die Butter aus mit Rahm gemischter menschlicher Muttermilch hergestellt sei!

Die arme Frau wurde wegen Lebensmittelfälschung zur Verantwortung gezogen und sagte:

„Wir hungern und darben in den Bergen… Mein Kindlein starb, es war acht Tage alt… Milch hatte ich im Überfluss, ich dachte, es wäre schade darum, es ist ja gute Muttermilch…  ich mischte sie mit Kuhrahm, es gab gute Butter!… Ich habe solche schon oft verkauft. Man will ja leben…“

Der Polizeihauptmann war ergriffen, er musste aber die Frau dennoch verurteilen, damit die übrigen, im Elend lebenden ruthenischen Mütter ihr Beispiel nicht befolgen. Die Frau hat aus ihrer eigenen Milch täglich bloß für etwa 20-30 Heller Butter machen können – nur in furchtbarster Not konnte sie zu diesem Ausweg kommen.

Die bürgerliche Welt aber opfert hunderte Millionen den nimmersatten Militarismus, während Proletarierfrauen ihre Muttermilch verkaufen müssen!