Kultur & Gesellschaft

Beschwerden können in der Gormanstraße eingereicht werden

Arbeitslose Frauen in Berlin.

Die Not der Dienstmädchen.

II.

Die Zahl der arbeitslosen Frauen in rein gewerblichen Betrieben ist, wie wir in der gestrigen Abendausgabe gezeigt haben, im August stark gestiegen. Aber auch die Gastwirtsgehilfinnen und Dienstboten sind durch den Krieg schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. … weiterlesen

Berlin

Spenden können beim Roten Kreuz abgegeben werden

Bitte um Gaben für unsere Truppen

Unseren kämpfenden Truppen sind nachfolgend ausgeführte Gegenstände dringend erwünscht:

  1. Zigarren, Zigaretten, Tabak (Pfeifen), Konserven, Schokolade, Kakao, Tee, Kaffee, Bonbons, Bouillonkapseln, Suppenwürfel, Gemüsekonserven, Dauerwurst, geräucherte Fleischwaren, alkoholfreie Getränke, Mineralwasser, Trockenmilch, kondensierte Milch, Lebkuchen.
  2. Wollene Strümpfe, Unterjacken, Hosenträger, Halsbinden, Leinwand (zur Fußbekleidung), Taschentücher, Hemden, Unterbeinkleider, wollene Leibbinden.
  3. … weiterlesen

Panorama

Die kleinen Prinzen müssen schlafen gehen

Die Kaiserin und die Kronprinzessin auf dem Balkon des Schlosses

Kronprinzessin Cecilie von Preußen, zusammen mit den kleinen Prinzein Quelle: Wikimedia

Kronprinzessin Cecilie von Preußen, zusammen mit den kleinen Prinzein
Quelle: Wikimedia

Den ganzen Abend über hatte eine große Menge vor dem Schloss gewartet und wiederholt patriotische Lieder gesungen. Plötzlich öffneten sich die Türen des Balkons oberhalb des Tores und die Kaiserin erschien mit der Kronprinzessin und größerem Gefolge auf dem Balkon. … weiterlesen

Panorama

Lieb Vaterland, magst ruhig sein

Die Reise eines Holländers

Ein in Deutschland lebender Holländer schreibt uns:
In diesen schweren Zeiten waren die Kinder meines Chefs noch in ihrem Erholungsurlaub, und ich stellte mich zur Verfügung, sie zu holen. Meine Reise fing am Sonntag morgen, am 9. August, 5 Uhr 47 Minuten von Berlin an, und nach verschiedenen Wechseln der Züge kam ich endlich mit etwa 50 Reservisten bis nach Wilhelmshöhe und weiter nach Treysa. Hier hieß es: „Alles aussteigen“. … weiterlesen

Kultur & Gesellschaft

Trauer im Vatikan

Papst Pius X.

Rom, 20. August. (Privat-Telegramm.)
Papst Pius X. ist heute früh um 1 Uhr 20 Minuten gestorben.

In der Zeit einer allgemeinen Weltwende ist Papst Pius X. dahingegangen – ein Ereignis, das in jedem anderen Augenblich die allgemeiner Aufmerksamkeit auf Rom konzentriert hätte, und das heute, wo alles wankt und alles neu wird, nicht ganz so tief wirkt. Wenig gilt uns in diesen Tagen, wo die Kanonen das letzte Wort zu sprechen scheinen, der Anspruch der römischen Kirche auf die geistige Herrschaft über alle Reiche und Völker der Welt! Aber nach dem Lärm dieser Tage wird die Stille der Besinnung kommen, und dann wird man auch die Zeit finden, eingehender zu erwägen, was Pius X. für seine Generation war, und in welcher Richtung die römische Kirche unter seiner Leitung sich entwickelte. Denn auch in diesen lärmenden Tagen sollte man nicht völlig übersehen, dass es zuletzt die Ideen sind, die die Welt beherrschen. … weiterlesen

Kultur & Gesellschaft

Vatikanstadt

Vom Sterbelager des Papstes

Rom, 20. August, 1 Uhr früh.

Der Papst liegt in der Agonie. Sein Hinscheiden kann jeden Augenblick erfolgen.

Die Verschlimmerung.

Der Papst erhält die Sterbesakramente.

Rom, 19. August.

Das Befinden des Papstes, der an einem leichten Katarrh erkrankt war, hat sich plötzlich verschlimmert. Der Papst wurde heute Vormittag 10 bewusstlos, kam aber durch Sauerstoff wieder zu sich und empfing die Sterbesakramente. Der Katarrh verbreitet sich über die linke Lunge, das Herz ist schwach, aber die Fieberreaktion noch sehr hoch, was bei Greisen ein gutes Zeichen ist. Um 6 Uhr ist eine leichte Besserung eingetreten, der Tod wird  jedoch jeden Augenblick erwartet. Das Konklave fände natürlich in Rom statt. … weiterlesen

Kultur & Gesellschaft

Eröffnung der Bürgerspeisehalle

Mittagbrot für 10 Pfennig

Die erste der vom Roten Kreuz begründeten Bürgerspeisehallen ist heute in den Kaiserhallen am Moritzplatz eröffnet worden, und ein sichtbares Zeichen der Notwendigkeit dieser Gründung war der Ansturm der Bedürftigen, der vor 12 Uhr einsetzte. Die Bedürftigkeitsfrage wird freilich nicht genau untersucht, aber auf den Plakaten liest man die Bitte, dass nur wirklich Notleidende sich einfinden mögen. … weiterlesen

Die Frau

Hilfsorganisation

Der Nationale Frauendienst

Organisation und Tätigkeit.

Die zweitgrößte Organisation der Frauen, die neben dem Roten Kreuz, aber in Fühlung mit ihm, arbeitet, ist der Nationale Frauendienst. Er vertritt den Bund deutscher Frauenvereine, umfasst also alle Vereine, die nicht an den Vaterländischen Frauenverein und das Rote Kreuz angeschlossen sind. Die Hauptgeschäftsstelle des Nationalen Frauendienstes bedient sich in den Bureaus der Zentrastelle für Volkswohlfahrt, Berlin W., Augsburger Straße 61. In diesen Bureaus herrscht ein außerordentlicher Andrang und eine ungeheure Arbeitsfülle. 300 bis 400 Auskunftssuchende müssen neben den verlangten schriftlichen Auskünften täglich abgefertigt werden. … weiterlesen

Aus den Gerichtssälen

Arbeitsrecht

Ist Krankheit ein Entlassungsgrund?

Krankheit ist bei gewerblichen Arbeitern nur dann ein Entlassungsgrund, wenn die Beschäftigten infolge der Krankheit zur Fortsetzung der Arbeit unfähig werden. In solchen Fällen ist der Lohn aber nach §616 BGB weiter zu zahlen, wenn die durch die Krankheit verursachte Behinderung an der Arbeit eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit dauert. Ein Entlassungsgrund wegen der Krankheit liegt natürlich nur dann vor, wenn die Entlassung während der Krankheit erfolgt ist. Eine nach gehobener Arbeitsfähigkeit ausgesprochene Entlassung ist nicht zulässig. Diese Grundsätze wiederholte gestern das Gewerbegericht bei der Verhandlung in einer Klagesache. … weiterlesen