Deutsches Reich

In einem Dorf in an der Ostfront

Von den letzten Kämpfen im Osten.

Ein Feldpostbrief.

„…Wir langten am Donnerstag nach 48-stündigem durch Ruhe nur wenig unterbrochenem Marsch in einem kleinen verlassenen Dorf an. Es war gegen 11 Uhr vormittags, und wir bekamen plötzlich lebhaftes Artilleriefeuer. Der Feind hatte sich auf das erwähnte Dorf eingeschossen und offenbar unsere Ankunft erwartet. … weiterlesen

Fünf russische Korps und drei Kavalleriedivisonen überwältigt

Der Sieg bei Ortelsburg

Unseren großen Erfolgen im Westen gegen die verbündeten Franzosen, Belgier und Engländer schließt sich jetzt ein herrlicher Sieg unserer tapferen Truppen an, welche seit Wochen sich gegen die Überfälle überlegener russischer Streitkräfte in unserem Ostpreußen mehren. … weiterlesen

Ruhmvolle Helden

Die siegreiche dreitägige Schlacht

Aus dem Osten, 29. August

Fesselnde Bilder entrollten sich gestern in der achten Abendstunde auf dem Bahnhof. Vier lange Züge gingen fast gleichzeitig ab, einer mit frischen Truppen, auch Kavallerie, zur nahen Front, ein leerer Sanitätszug zum gleichen Ziel, um neue Verwundete zu holen, ein dritter mit leichter Verwundeten nach Bromberg, ein vierter im Schmuck frischen Laubes mit Rekruten zur Ausbildung. Die angehenden Krieger jubelten den kampferprobten Verwundeten zu: „Bald sind wir an eurer Stelle!“ „Nein,“ lautete es zurück, „wir sind eher wieder da wie ihr, wir feiern Gedanksfest in Feindesland!“ … weiterlesen

Dreitägige Schlacht

Sieg in Ostpreußen!

Amtlich wird bekanntgegeben:
Unsere Truppen in Preußen unter Führung des Generalobersten v. Hindenburg haben die vom Narew vorgegangene russische Armee in der Stärke von fünf Armeekorps und drei Kavalleriedivisionen in dreitägiger Schlacht in der Gegend von Gilgenburg und Ortelsburg geschlagen und verfolgen sie jetzt über die Grenze.

Blumen für die Verwundeten!

Begegnung des Kaisers mit der Kaiserin

Großes Hauptquartier, 28 August

Die Kaiserin ist heute mit dem Kaiser im Schloss des Freiherrn vom Stein nachmittags zusammengetroffen. Dann fuhr der Kaiser zurück zum Hauptquartier. Die Kaiserin besucht in den Städten und der Umgegend des Hauptquartiers die Lazarette und bringt den Verwundeten Blumen. … weiterlesen

Erhaltung der Existenz

Sozialdemokratische Minister in Frankreich

Die alles Alte umwälzenden Wirkungen des Weltkrieges beginnen sichtbar zu werden. Die Führer der französischen Sozialdemokratie sind in das Ministerium eingetreten und nehmen an der Regierung teil, in der die Vertrauensmänner aller republikanischen Parteien sitzen. Die Radikalen, Sozialistisch-Radikalen und Sozialdemokraten, also die Partei, die mit der Friedensparole den Sieg bei den letzten Wahlen errangen, besitzen trotz der Teilnahme der rechtsstehenden Republikaner eine starke Mehrheit, während ausgesprochener Chauvinisten, wie Clemenceau, an der Regierung nicht teilnehmen. Die sozialdemokratischen Führer, die in das neue Ministerium eingetreten sind, sind nicht etwa rechtsstehende, dem Ministerialismus zuneigende Genossen. Es sind die bedeutendsten Männer der französischen Bruderpartei, der geistreiche, von revolutionärem Temperament sprühende Marcel Sembat, sie stärkste Stütze von Jaurés in dem Kampf für die Verständigung mit Deutschland, und Jules Guesde – Guesde, der alte Kampfgefährte von Marx und Engels, der Begründer und Organisator der marxistischen Richtung in Frankreich, der schärfste und rücksichtsloseste Verfechter des Klassenkampfes, der unermüdlichste Bekämpfer jeder Kompromisspolitik, der ebenso wie Sembat die Spaltung der Billigung des ministerialistischen Experiments vorzog, der unversöhnlichste Feind kapitalistischer, ministerialistischer, imperialistischer Politik. Wie weit Guesde wie auch Sembat entfernt sind und stets entfernt waren von chauvinistischer Kriegsbegeisterung Deutschland gegenüber, das zeigte noch wieder die Rede, die Sembat am Tage der Kriegserklärung in einer großen Pariser Versammlung hielt. … weiterlesen

friedlich

Die erstaunten Belgier

Haag, 28. August.

Über die Lage in Brüssel berichten mir Augenzeugen, man sei dort allgemein voll Staunen, dass diese „Nachkommen der Hunnen“, wie die Deutschen oft genannt werden, alles bezahlen und dass niemand verletzt würde. Bemerkenswert ist eine kleine Szene, die umso glaubwürdiger ist, als sie ein Belgier schildert. „In einer der Brüsseler Hauptstraßen,“ sagt er, „sah ich einen deutschen Soldaten sich einem Kinde nähern, es in den Arm nehmen und heftig umarmen. Die Mutter kommt in Angst gelaufen, der Soldat gibt es ihr wieder, hebt drei Finger und sagt in gebrochenem Französisch: „Moi plus voir mes trois enfants.“

Ausgangssperre

Durch das besiegte Belgien

Aachen, 28. August.

Es ist mir trotz der unnachsichtlichen Sperrung für Zivilisten sank der Liebenswürdigkeit der deutschen Kommandantur gelungen, von Aachen über Lüttich bis Namur und Gembloux zu kommen. In Lüttich wurde am 19. August angeblich von russischen Studenten geschossen. Daraufhin wurden die Straßenzüge und die prachtvollen Geschäfte an der Place de l’Université, gegenüber der Universität, eingeäschert, doch fielen noch immer Schüsse. Die Proklamation des Feldmarschalls von der Goltz befiehlt, dass alle Türen offen und die Fenster nachts erleuchtet sein müssen: nach 7 Uhr abends darf kein Mensch mehr auf der Straße sein. Es gab keine Zeitung, keine Post, kein Telefon, und wurden 5 Francs für eine deutsche Zeitung geboten. Die Zeitrechnung ist deutsch und alles steht unter deutscher militärischer Oberhoheit. … weiterlesen

Viele Gefangene

Die englische Armee geschlagen

Großes Hauptquartier, 28. August (W. T. B.)

Die englische Armee, der sich drei französische Territorialdivisionen angeschlossen hatten, ist nördlich Saint Quentin vollständig geschlagen. Sie befindet sich im vollen Rückzug über Saint Quentin. Mehrere tausend Gefangene, 7 Feldbatterien und eine schwere Batterie sind in unsere Hände gefallen. Südöstlich Mezières haben unsere Truppen unter fortgesetzten Kämpfen in breiter Front die Maas überschritten. Unser linker Flügel hat nach neuntägigen Gebirgskämpfen die französischen Gebirgstruppen bis in die Gegend östlich Epinal zurückgetrieben und befindet sich in weiterem siegreichen Fortschreiten, der Bürgermeister von Brüssel hat dem deutschen Kommandanten mitgeteilt, dass die französische Regierung der belgischen die Unmöglichkeit eröffnet habe, sie irgendwie offensiv zu unterstützen, da sie selbst völlig in die Defensive gedrängt sein.

Westheer erfolgreich!

Deutsche Siege an der ganzen Westgrenze

Großes Hauptquartier, 27. August (W. T. B.)

Das deutsche Westheer ist neun Tage nach Beendigung seines Aufmarsches unter fortgesetzten siegreichen Kämpfen in französisches Gebiet von Cambrai bis zu den Südvogesen eingedrungen. Der Feind ist überall geschlagen und befindet sich im vollen Rückzuge. Die Größe seiner Verluste an Gefallenen, Gefangenen und Trophäen lässt sich bei der gewaltigen Ausdehnung der Schlachtfelder in zum Teil unübersichtlichen Wald- und Gebirgsgelände noch nicht annährend übersehen. … weiterlesen