Die Kolonien

Kolonialhauptkasse

Der Krieg und die Kolonien

Fürsorge für die Angehörigen von Kolonialbeamten.
Berlin, 13. August. Seit der Schiffsverkehr mit den deutschen Kolonien gestört ist, werden manche hier in Deutschland lebende Angehörige von Kolonialbeamten und sonstigen Angestellten der kaiserlichen Gouvernements in Afrika und in der Südsee in Sorge sein, woher sie jetzt die Mittel zum Leben nehmen sollen, die ihnen sonst regelmäßig durch Bankhäuser oder durch die Post nach Anweisung aus den Kolonien zugegangen sind. Diese Sorgen werden nunmehr dadurch behoben, dass der Staatssekretär Dr. Solf soeben Bestimmungen zur Hilfeleistung getroffen hat. Wie wir hören, wird danach solchen in Not befindlichen Antragstellern ein Teil der Gebührnisse ihrer bei den Gouvernements angestellten Männer, Söhne, Brüder usw. während des Krieges in jedem Monat durch die Kolonialhauptkasse oder durch deren Vermittlung ausgezahlt werden, wenn sie nachweisen können, dass ihnen Geldbeträge zu ihrem Lebensunterhalt in regelmäßigen Zeitabschnitten aus den Kolonien überwiesen worden sind.

Die Kolonien

Deutsches Schutzgebiet

Die Entwicklung des Tsingtauer Hafens

Tsingtau, 5. Juli

Unser Platz an der Sonne in Ostasien, Tsingtau, tritt mit dem Bau der neuen Schantungbahnen, von denen jetzt wenigstens für die Kaumibahn die Verhältnisse endgültig geklärt sind, mehr noch aber mit der Errichtung des Eisenwerks bei Tsangkou in ein neues Stadium der Entwicklung und hat sicher neue große Fortschritte zu erwarten, denen gegenüber es sich schon heute zu rüsten gilt. Namentlich die Frage des weiteren Ausbaues des großen vortrefflichen Hafens wird nun brennend. Die beteiligten Kreise treten ihr denn auch schon ernstlich näher. … weiterlesen

Die Kolonien

Ausbau des Hafens

Die Kolonien

Vom Hafenbau in Duala wird uns aus Kamerun berichtet, dass die Baggerarbeiten an der Duala vorgelagerten Barre so weit beendigt sind, dass nunmehr auch die großen Ozeandampfer bis unmittelbar nach Duala gelangen können. Der von Deutschland zurückkehrende Gouverneur Dr. Ebermaier hat auf dem Dampfer „Professor Woermann“ bereits die neue Hafeneinfahrt benutzen können. Nachdem der Reichstag die Mittel für den großzügigen Ausbau des Hafens bewilligt, soll nunmehr der Bau der Kaianlagen möglichst beschleunigt werden, damit die Dampfer bald unmittelbar am Pier laden und löschen können. – Bezirksamtmann Röhm von Duala, der nach Ablauf seiner dritten Dienstperiode zu einem Erholungsurlaub in Deutschland eingetroffen ist, hat kurz vor Antritt seines Urlaubs die Krone zum Roten Adlerorden vierter Klasse erhalten. Bezirksamtmann Röhm hat während seiner langen Dienstzeit am Ausbau von Hafen und Stadt Duala hervorragenden Anteil genommen. Die groß angelegte Sanierung der Stadt, die Legung eines weitverzweigten Kanalisationsnetzes und einer Wasserleitung, die Neuanlage der Eingeborenendörfer jenseits der Schutzzone, die Schaffung der Eisenbahn und Hafenanlagen, der Ausbau großer Straßenzüge, die Errichtung architektonisch schöner Bauten usw., das alles wird wesentlich dazu beitragen, dass das in früheren Jahren berüchtigete Fiebernest Duala bald zu einer modernen, gesunden Tropenstadt sich herausbilden wird, die berufen erscheint, der erste Hafenplatz an der westafrikanischen Küste zu werden.

Die Kolonien

Kolonien

Die Kolonien

Im Juliheft der „Kolonialen Rundschau“ bringt M. Abeking einen eingehenden Artikel über Angola, der, weil dies Land ein Feld deutschen Unternehmungsgeistes zu werden verspricht, besonderes Interesse beanspruchen darf. Die Arbeit fußt auf den neuesten portugiesischen Quellen und behandelt in eindringender Weise die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Landes. Der bei der Lektüre vorwiegende Eindruck ist der, dass in dem Lande bei geduldiger Erschließungsarbeit große Schätze verborgen liegen, die die portugiesische Herrschaft nur in bescheidenem Maße zu heben vermocht hat. Schade für die Kolonie ist die dauernde Arbeiterausfuhr nach den Kakaoinseln S. Thomé und Principe, die ganze Distrikte fast entvölkert hat und natürlich die Entwickelung im Lande selbst hintanhält. Weite Strecken Angolas sind für europäische Siedlung geeignet, der Wasserreichtum ist durchweg größer als in Deutsch-Südwest.

Die Kolonien

Deutsch-Ostafrika

Koloniales

Am 20. Juni 1914 starb zu Berlin der kaiserliche Oberleutnant in der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika, Herr Kurt Johannes. Seit der Bildung der Wißmanntruppe im Jahre 1889 ist sein Name mit der Geschichte der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika verknüpft. Über 24 Jahre widmete er seine Kraft der Entwicklung unserer Kolonie Deutsch-Ostafrika, im Kriege wie im Frieden ein ganzer Mann. Von verschiedenen Seiten ist der Wunsch laut geworden, das Andenken an den leider so früh Verstorbenen für alle Zeiten durch einen in Daressalam zu errichtenden Gedenkstein wach zu halten. Die Beiträge wolle man a) aus Deutschland an die Dep.-Kasse A der Deutschen Bank, Berlin W., Mauerstraße, b) aus der Kolonie an das Kommando der Schutztruppe, Daressalam, senden unter der Bezeichnung: „Denkmalfonds Johannes, Deutsch-Ostafrika“.

Die Kolonien

Koloniales

Koloniales

Die Teilnehmer der auf Anregung und unter Mitwirkung des heimischen Arbeitsausschusses der Ausstellung Daressalam 1914 von der Deutschen Kolonialgesellschaft veranstalteten Freireise für Handwerker, Lehrer, Arbeiter usw. haben sich gestern in Hamburg an Bord des Dampfers „General“ nach Daressalam eingeschifft. Zur Verabschiedung hatten sich eingefunden von der Kolonialgesellschaft Graf Schweinitz und vom heimischen Arbeitsausschuß der Präsident Direktor Dr. Gorge und Assessor Schönberg.

Die Kolonien

Deutsch-Südwest

Die Entwicklung Deutsch-Südwestafrikas

Im diesjährigen Landesrat von Deutsch-Südwestafrika hielt Gouverneur Dr. Seitz eine bemerkenswerte Rede über die Entwicklung des Schutzgebietes, der wir folgenden entnehmen:

„Für die Stockung der Besiedlung von Südwest gibt es eine ganze Reihe Gründe. Einmal sind wir in unsrer Entwicklung auf einem Punkt angekommen, wo es langsamer gehen muss. Wenn die Möglichkeiten, die das Land an sich bietet, fürs erste ausgenutzt erscheinen, dann lässt der Zuzug erfahrungsgemäß nach. Aber auch an den heimischen Zuständen liegt es, wenn unsere Besiedelung vorübergehend stockt. Die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse haben sich daheim so günstig gestellt, dass jeder sein Auskommen findet, der arbeiten will, und dass kapitalkräftige Leute daheim für ihr Geld lohnendere Anlage finden als hier. Wir müssen unser Schutzgebiet auf einen ähnlichen Standpunkt bringen. … weiterlesen

Die Kolonien

Deutsch-Ostafrika

Koloniales

Aus Deutsch-Ostafrika meldet ein Telegramm des Gouverneurs, dass die Stadt und der Hafen von Daressalam als pestfrei erklärt worden sind.

Die Kolonien

Togo und Neu-Mecklenburg

Koloniales

Togo dreißig Jahre unter deutscher Schutzherrschaft

Am heutigen Sonntag sind drei Jahrzehnte verflossen, seit Togo unter deutschen Schutz gestellt wurde. Der nach der Einleitung unserer Kolonialpolitik zum Reichskommissar für Westafrika ernannte Dr. Nachtigal hisste am 5. Juli 1884 in Togo die deutsche Flagge. Neun Tage später folgte die Besitzergreifung Kameruns, wo am 14. Juli 1884 die Flaggenhissung stattfand. … weiterlesen

Die Kolonien

Landwirtschafts-Experten tauschen sich aus

Kolonialausstellung in London

Am 24.05. ist in London die internationale Kautschukausstellung eröffnet worden. Alle Kolonialmächte sind dort vertreten und das Interesse dafür scheint noch größer zu sein, als für die letzte Ausstellung, die vor 8 Jahren stattfand. Gleichzeitig findet der 8. internationale Kongress für tropische Agrikulturen in den Räumen des Imperial Institute statt.