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Russland

Das Attentat gegen Rasputin.

Rasputin ist niedergestochen worden. Ob und wie er das Attentat überlebt hat, darüber gibt es widersprüchliche Informationen und Gerüchte.

Petersburg, 14. Juli
Obgleich hier das Gerücht kursiert, das Rasputin bereits gestorben sei, bedarf diese Nachricht noch der Bestätigung, zumal eine Verehrerin Rasputins von seiner Tochter aus Sibirien eine Depesche erhalten hat, dass der Zustand ihres Vaters befriedigend sei und dass die Ärzte ihn nach Tjumen zu überführen gedenken.

Die Täterin, die Rasputin einen Dolchstich in den Unterleib versetzte, stammt aus Zarizyn. Sie soll früher eine eifrige Angehörige des bekannten, aus der russischen Kirche verstoßenen Mönchs Jliodor gewesen sein. Jliodor wurde seinerzeit von Rasputin gestürzt, nachdem dieser mit dem Bischof Theophan, den früheren Günstling des Zaren Rasputin auf ein Heiligenbild hatte schwören lassen, dass er den Hof in Zukunft meiden wolle. Deshalb kursiert die Version, dass die Täterin von Jliodor abgesandt worden sei, um Rasputin zu töten. Dieser Annahme widerspricht freilich die Tatsache, dass Rasputin mit der Täterin zusammen Petersburg vor acht Tagen verlassen hat und sich an ihr unterwegs vergangen haben soll.