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Sitzung des Roten Kreuzes

Das Rote Kreuz

Bei der Sitzung des Roten Kreuzes waren die Kaiserin und die Kronprinzessin anwesend. Während die Vorbereitungen für die Versorgung Verwundeter planmäßig verläuft, überraschte die Kaiserfamilie mit gleich zwei edlen Gesten.

Kaiserin und Kronprinzessin in der Sitzung des Zentralkomitees der deutschen Vereine und des preußischen Landesvereins vom Roten Kreuz. Die königlichen Schlösser Straßburg, Wiesbaden, Königsberg und Koblenz vom Kaiser für die Verwundeten zur Verfügung gestellt.

Die Kaiserin und die Kronprinzessin haben gestern an zwei aufeinanderfolgenden Sitzungen des Zentralkomitees der deutschen Vereine und des preußischen Landesvereins vom Roten Kreuz teilgenommen. In Abwesenheit des erkrankten Vorsitzenden begrüßte dessen erster Stellvertreter General der Artillerie a.D. Rothe die Fürstlichkeiten, dankte für ihr Erscheinen und gab einen kurzen Bericht über die bisherigen Vorbereitungen und Maßnahmen des Roten Kreuzes zur Fürsorge für die Verwundeten und Kranken. Das Rote Kreuz sei zu all dem, was von ihm bisher amtlicherseits gefordert wurde, voll gerüstet, und alles nehme seinen, seit langem geregelten Gang. Die weiterhin erforderlichen Geldmittel, namentlich zum Betriebe der zahlreich vorgesehenen Vereinslazarette, Verband- und Erfrischungsstellen, Genesungsheime, zur Beschaffung des späteren Bedarfs an Verbandsmaterialien, Arzneien, Wäschestücken usw. sollen durch Aufrufe zu freiwilligen Spendenzusammengebracht werden. Nachdem für die dringlichen Ausgaben Kredite von der Versmmlung genehmigt worden waren, wurde mitgeteilt, daß der Kaiser die königlichen Schlösser in Straßburg i. E., Wiesbaden, Königsberg und Koblenz zur Aufnahme von Verwundeten und Erkrankten dem Roten kreuz zur Verfügung gestellt habe, und daß ferner die Frauenhilfe durch die Hand ihrer Protektorin, der Kaiserin 10 000 Mark als erste Gabe darbiete.