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Fürst Maximilian Universalerbe – Der neue Thronfolger Erbe des Esteschen Vermögens

Das Testament des verstorbenen Thronfolger

Der ermordete Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand hat zwei Testamente hinterlassen, in denen er seine Erbe im Detail regelt. Doch noch ist nicht klar, ob das die einzigen Testamente sind.

Wien, 2. Juli.
Erzherzog Franz Ferdinand hat zwei Testamente hinterlassen, die am 3. Juni 1903 errichtet wurden und durch drei Kodizille ergänzt sind. Das letzte dieser bekannten Kodizille stammt aus dem Jahr 1909. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass sich bei der Sichtung des Nachlasses in den Arbeitszimmern der Schlösser Konopischt, Chlumetz und Blühnbach noch weitere Verfügungen vorfinden werden.

Zum Testamentsvollstrecker wurde in den Testamenten vom 8. Juni 1903 der damalige Graf und jetzige Fürst Franz Thun, der Statthalter von Böhme, bestimmt; zum Vormund der Kinder, wie bereits berichtet, Dr. Graf Jaroslaw Thun. Schon in dem ersten der beiden Testamente, das die Verfügung über das Privatvermögen des Erzherzogs enthält, ist der älteste Sohn des Erzherzogs, Fürst Maximilian von Hohenberg, zum Universalerben des gesamten privaten Nachlasses eingesetzt. Dieser besteht aus einem mehrere Millionen betragenden Vermögen in Wertpapieren und aus den Schlössern Konopitsch, Chlumetz und Artstetten. Außerdem hat der Erzherzog bei den Gütern Blühnbach und Lössing, die Krongüter sind und nie sein Eigentum waren, einige Grundstücke zu Arrondierungszwecken auf seinen Namen erworben. Diese gehen auch in das Eigentum seines ältesten Sohnes über. Der Herzogin von Hohenberg war der lebenslange Fruchtgenuss des Vermögens zugesprochen. Für Prinzessin Sophie, die Tochter, und Prinz Ernst, den jüngeren Sohn, sind Apanagen ausgesetzt. Das Testament enthält weiter die prinzipielle Verfügung, dass diejenigen Sammlungen, die sich in den Schlössern von Konopitsch und Chlumetz befinden, in die Verlassenschaft, also dem Universalerben gehören.

In dem zweiten vom 3. Juni 1903 datierten Testament werden die Verfügungen betreffend den sogenannten Esteschen Nachlass getroffen. Das ist das Vermögen, das der Erzherzog im Jahre 1875 von Herzog Franz von Modena erbte. Das Estische Vermögen hat einen Inventarwert von 25 011 000 Kronen. Es besteht aus dem Palais Modena in Wien, zwei dem Palais benachbarten Zinshäusern, weitere drei Zinshäuser in der Traungasse, der Villa d’Este in Italien und der Herrschaft von Cattago mit einem großen Schloss mit über 400 Zimmern bei Padua. Zum Erben dieses Estischen Vermögens hat Erzherzog Franz Ferdinand nach den Bestimmungen des Testaments des Herzogs Franz von Modena seinen Neffen, den jetzigen Erzherzog-Thronfolger Karl Franz Josef, eingesetzt, mit der Verpflichtung, das Wappen von Modena und den Titel eines Erzherzogs von Österreich-Este zu führen, wie es Herzog Franz V. von Modena in seinem Testament von Erzherzog Franz Ferdinand gefordert hat. Das Testament des verblichenen Erzherzogs enthält weiter die Verfügung, dass das Estesche Vermögen seinerzeit von Erzherzog Karl Franz Josef im Sinne seines Testaments vererbt werden müsse.