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Vorbereitungen laufen

Der Transport der Verwundeten

Die Vorbereitungen für die Aufnahme von Verwundeten in Berlin lufen auf Hochtouren. Nur, wann sie tatsächlich ankommen werden, vermag noch niemand zu sagen.

Quelle: fotocommunity

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Wann der erste Transport von Verwundeten in Berlin eintreffen wird, lässt sich zurzeit nicht übersehen. Wohl aber kann berichtet werden, dass in Groß-Berlin alles für die Aufnahme und Pflege der Verwundeten vorbereitet ist. Der Behörde, die die Verteilung der ankommenden Transporte auf die Lazarette zu bewirken hat, stehen mehrere Tausend eingerichtete, von der Militärbehörde als brauchbar abgenommene leere Betten mit allem Pflegepersonal zur Verfügung. Der Transport der Verwundeten von den Bahnhöfen in die Lazarette ist gleichfalls bis in alle Einzelheiten vorbereitet.

Für das enge Weichbild der Stadt Berlin kommen etwa 10 bis 12 Bahnhöfe in Frage. Zu deren Versorgung mit Mannschaften, Krankentragen und Fuhrwerk ist unter Mitwirkung der großen Organisationen, wie des Verbandes für erste Hilfe, der Genossenschaft freiwilliger Krankenpfleger, der Kriegssanitätskolonne vom Roten Kreuz, der freiwilligen Sanitätskolonne Berlin, des Berliner Vereins vom Roten Kreuz und einer Reihe von Fuhrwerksunternehmen eine Zentralstelle gebildet worden, von der auch eine ständig geholtene Wache von Mannschaften und die nötigen Transportmittel jederzeit auf das kürzeste herangerufen werden können. Auch die Straßenbahn hat sich in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt. In den Vororten haben die örtlichen Organisationen die Bereitstellung des Transportes übernommen; außerdem steht die Berliner Zentralstelle auch für die Vororte zur Verfügung. Es ist für jeden einzelnen in Frage kommenden Vorortbahnhof genau ermittelt, inwieweit die örtlichen Organisationen ausreichen, wie sie aufs kürzeste herbeigerufen werden können, und in welcher Weise die Berliner Zentralstelle zu ihrer Ergänzung einzutreten hat. Die Lazarettzüge und Hilfslazarettzüge bringen etwa 300 liegende, die sogenannten Krankenzüge eine erheblich größere Anzahl sitzender Kranker. Der Abtransport wird als in jedem Fall eine Zeit von mehreren Stunden in Anspruch nehmen. Es ist auf allen Bahnhöfen die Einrichtung einer Verbands- und Erfrischungsstelle mit einem Arzt und mit ausgebildetem Hilfspersonal vorgesehen, damit den Verwundeten während der Dauer des Transportes Hilfe und Erfrischungen gewährt werden können. Zur Einrichtung diese Veranstaltungen sind die einzelnen Auslandsbahnhöfe an eine Reihe von Vereinen, die sich dem Roten Kreuz angeschlossen haben, verteilt worden. Der Zutritt zu den Auslandsbahnhöfen selbst wird selbstverständlich nur solchen Personen gestattet, die dort dienstlich oder in der freiwilligen Krankenpflege zu tun haben.

Wir wollen hoffen, dass der Transport der Kranken in einer für sie möglichst schonenden Weise glatt abgewickelt werden wird. zweifellos kann das Publikum hierzu wesentlich beitragen, wenn es bei den Transporten sich möglichst zurückhält. Was uns allen am meisten am Herzen liegt, ist ja, dass unsere tapferen verwundeten Krieger nach den Anstrengungen der Eisenbahnfahrt möglichst rasch, unbelästigt und ohne Störungen in die ruhige Pflege unserer gut eingerichteten Lazarette gelangen.