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Im Elsass

Deutsche Erfolge im Untereslass und in Belgien

Nicht nur in Belgien, sondern jetzt auch im Elsass hat die deutsche Armee Erfolge zu verzeichnen: Eine französische Kavalleriedivision wurde in der Nähe von Ramur entscheidend geschlagen.

Sieg über eine französische Brigade bei Schlettstadt. – Französische Kavallerie bei Namur geschlagen.
Amtlich wird bekanntgegeben: Bayrische und badische Truppen schlugen die bis Weiler, 15 Kilometer nordwestlich Schlettstadt vorgedrungene französische 55. Infanteriebrigade, brachten ihr große Verluste bei und warfen sie über die Vogesen zurück.

W. T. B. meldet vom 19. August: Die französische fünfte Kavalleriedivision wurde heute unter schweren Verlusten bei Perwez, nördlich Ramur, von unserer Kavallerie zurückgeworfen.

Gegen sieben Uhr verbreitete sich plötzlich in ganz Berlin das Gerücht, Nanch sei genommen worden. Es wurde erzählt, dass Offiziere dem Publikum die Mitteilung überbracht hätten. Auf dem Potsdamer Platz und an vielen anderen Punkten der Stadt sammelten sich große Menschenmengen an, die auf eine Bestätigung durch Extrablätter warteten. Das Gerücht war ganz unbegründet, an keiner der militärischen Stellen, die zuerst informiert sein müssten, lag eine Nachricht über den Fall von Nanch vor. Dagegen wurden im Laufe des Abends zwei Nachrichten bekanntgegeben, die zwar keine entscheidende Bedeutung besitzen, aber doch erfreuliche deutsche Massenerfolge verzeichnen: die oben mitgeteilten Nachrichten über die Zurücktreibung einer ins Elsass vorgedrungenen französischen Infanteriebrigade und über die Niederlage einer französischen Kavalleriedivision bei Ramur.

Der siegreiche Angriff der bayrischen und badischen Truppen bei Weiler richtete sich gegen einen neuen Vorstoß der wieder ziemlich tief in das Unter-Elsass eingedrungenen französischen Grenztruppen. Die Franzosen werden vermutlich auf der Vogesenstraße Saint Dié–Markirch–Schlettstadt vorgedrungen sein. Der Zweck dieser französischen Vorstöße dürfte vor allem immer der sein, Beunruhigung unter der Bevölkerung des Elsass zu verbreiten. Es kann sein, dass man sich in Frankreich noch immer der sinnlosen Hoffnung hingibt, die elsässische Bevölkerung werde sich zugunsten Frankreichs erheben. Diesmal haben die braven bayrischen und badischen Regimenter die Vertreibung des Feindes übernommen. Man muss damit rechnen, dass die französischen Versuche um Elsass damit noch nicht abgeschlossen sind. Sie sind für die allgemeine Kriegslage belanglos und werden stets mit dem gleichen Misserfolg enden.

Die Meldung von der Besiegung der fünften französischen Kavalleriedivision in der Gegend nördlich von Ramur hat deshalb eine besondere Bedeutung, weil sie erkennen lässt, wie weit der Vormarsch gediehen ist. Es ist der erste Zusammenstoß beiderseitiger größerer Kavalleriekörper. Dass dieser erste Ansturm der deutschen Reiter gelang, ist ein Beweis für unsere kavalleristische Überlegenheit im Felde. Wenn also Nanch bisher auch noch nicht in deutschem Besitz ist, so kann doch konstatiert werden, dass wir alle Ursache haben, mit den Ergebnissen des gestrigen Tages zufrieden zu sein.