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Postdampferverbindungen mit überseeischen Ländern

Koloniales

Für einen regelmäßigen Schiffsverkehr zwischen Ostasien, Australien und den Kolonien in der Südsee gibt das Deutsche Reich künftig 1,3 Millionen Reichsmark aus. Allerdings muss die Reederei einige Bedingungen erfüllen.

Das Reichsgesetzblatt veröffentlicht das Gesetz betreffend Postdampfschiffsverbindungen mit überseeischen Ländern vom 19. Juni 1914. Danach wird der Reichskanzler ermächtigt, vom 1. Oktober 1914 ab die Einrichtung und Unterhaltung von regelmäßigen Postdampfschiffsverbindungen zwischen Ostasien, Australien und den Schutzgebieten in der Südsee auf eine Dauer bis zu 15 Jahren an einen geeigneten deutschen Unternehmer zu übertragen und in dem hierüber abzuschließenden Vertrag eine Beihilfe bis zum Höchstbeträge von jährlich 1 300 000 Mark aus Reichsmitteln zu bewilligen.

Der Reichskanzler erhält ferner die Ermächtigung, die bestehende regelmäßige Postdampfschiffsverbindung nach Australien unter angemessener Beihilfe des Reiches bis zum 31. März 1917 aufrecht zu erhalten: Der erwähnte Vertrag verlangt regelmäßige Farten auf einer Linie Hongkong – Rabaul – Sydney in Zeitabständen von längstens 4 Wochen und auf einer Linie Singapore – Neuguinea – Samoa in Zeitabständen von längstens 8 Wochen sowie im Inseldienst mit Zeitabständen von längstens 8 Monaten. Es wir eine Durchschnitts-Fahrgeschwindigkeit von 11 bzw. 9,5 Knoten verlangt und dass die Dampfer auf deutschen Werften gebaut sind. Die Dampfer führen die deutsche Postflagge und befördern die Post nebst den etwaigen Begleitern ohne besondere Bezahlung.