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Kieler Woche

Die Seewettfahrt vor Travemünde

Bei den Regatten vor Travemünder fehlte der Kaiser als Publikumsmagnet. Auf dem Wasser ging es dafür umso spannender zur Sache.

Die heute vom Norddeutschen Regattaverein und Lübecker Jachtklub veranstaltete Seewettfahrt auf der auf der Neustädter Bucht war für Travemünde wie immer ein großes Ereignis, wenn auch der Zustrom der Fremden wegen der Abwesenheit des Kaisers nicht so stark als sonst war. Auch rief das Fehlen der „Hohenzollern“ mit ihren Begleitschiffen sowie der sonst regelmäßig von Kiel mit herüberkommenden ausländischen Dampfjachten eine Lücke im Gesamtbilde hervor.

Aus Hamburg trafen Extrazüge mit den dortigen Segelsportfreunden ein, für die der „Prinz Waldemar“ als Begleitschiff gechartert war. Die Mitglieder des Lübecker Klubs hatten einen eigenen schwedischen Dampfer gestellt, und auch die „Travermünder“ stellten noch eine Anzahl von Begleitschiffen, die gut besetzt waren, obgleich draußen auf dem Regattafelde ein steifer Nordwind und Regen nicht gerade einladend wirkten. Die Jachten der großen Klassen hatten denn auch mit Ausnahme des „Ellinor“ vorsichtigerweise Dreikanttopsegel gesetzt, und von den großen Schonern verzichtete „Meteor“ und „Germania“ anfangs sogar auf das Schonertopsegel. Der Kampf der Schonerklasse war sehr heiß. Die beiden Strecken nach dem örtlichen Markteot und von dort nach Dahmeshöft waren anzuliegen respektive aufzukreuzen. „Germania“ und „Meteor“ waren vier Sekunden nach dem Schuß über die Linie. „Hamburg“ folgte in günstiger Position zwölf Sekunden später. Beim ersten Markboot waren noch alle drei beisammen, dann fiel beim Auffkreuzen „Hamburg“ erheblich zurück. „Meteor“ sah bereits als sicherer Sieger aus, doch brachte eine östlicher schrabende Brise die Hamburger Jacht am Schluss des Kreuzganges wieder ins Rennen. Nach der Spinnkertour rundeten die Schoner das Markboot bei Haffkrug. „Meteor“ 2:07:41, „Hamburg“ 2:08:40, „Germania“ 2:09:20 und auf der halben Windtour ins Ziel konnte niemand der „Hamburg“ bei ihrer Vergütung, 2 Minuten vor „Meteor“ und 4 Minuten vor „Germania“, die Preise bei aufffrischender Brise mehr entreißen. – In der Handicapklasse gab „Mar“ an „Orion“ 7, an „Komet“ 15 Minuten, und da „Komet“ ausgezeichnet gesegelt wurde, war er mit 3:53:22 berechneter Zeit sicherer Sieger vor „Mar“ 3:37:48 und „Orion“ 3:59:52. – Von den „Neunzehnern“ fehlte die noch nicht wieder reparierte „Mendula“, „Ellinor“ und „Cecilie“ wurden beide wegen zu frühen Start zurückgerufen, nahmen dann aber mit einiger Verspätung das Rennen geschlossen auf. „Cecilie“ wurde besser herausgekreuzt, verlor ihren Vosprung jedochauf den neiden folfenen Raumengängern und wurde von “Ellinor“ um 1.24 ausgesegelt. Im übrigen waren die Resultate 15 Meter: „Pamela“ 4:09:43, „Paula“ 4: 09:56 „Isabel Alexandra“ 4:10:59, „Beduin“ 4:15:41. 12 Meter: „Sidyllan“ 2:47:12, „Skeaf“ 2:48:16, „Istar“ 2:53:24. 10 Meter: „Irene“ 3:02:15, „Pesa“ 3:08:14. 8 Meter: „Linda“ 3:15:33, „Toni“ 3:17:16. 75 Quadratmeter-Kreuzer: „Boras“ 3:16:33, „Sophie Elisabeth“ 3:21:00, „Lillith“ 3:30:29. 30 Quadratmeter: „Panther“ 1:58:17, „Ruß“ 1:59:22, „Strolch“ 2:00:42, „Gertrud“ 2:03:25, „Motte“ 2:08:44. Küstenstollen: „Kleiner Bruder“ 2:16:01, „Heantontimor“ 2:16:20, „Inge“ 2:21:24, „Wendehals“ 2:26:06.