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Schiffsunglück

Die Untersuchung der „Empreß of Ireland“-Katastrophe

Nach gründlicher Untersuchung hat nun die Untersuchungskommission ihr lange erwartetes Urteil vorgelegt. Mittlerweile sind auch die letzten geborgenen Toten im Hafen von Quebec eingetroffen.

Lord Mersen hat heute die Beschlüsse der Untersuchungskommission zur Katastrophe der „Empreß of Ireland“ verlesen.
Es heißt darin unter anderem, daß der Offizier Tustenes, welcher zu der Zeit des Unglücks die Verantwortung für die Führung der „Storstad“trug, zu tadeln ist, weil er den Kurs des Kohlenschiffes geändert hatte. Wir bedauern, führte Lord Mersen zur Frage der Verantwortlichkeit an dem Unglück aus, irgend jemandem die Schuld beimessen zu müssen, doch konnten wir zu keinem anderen Ergebnis kommen, als zu dem, daß Tustenes verkehrt und nachlässig handelte, als er bei dem Nebel den Kurs änderte, wie er es unzweifelhaft getan hat. Er handelte falsch und nachlässig, indem er die Führung des Schiffes behielt und den Kapitän nicht rief, als er sah, daß der Nebel kam.

Der Bericht gibt weiter der Überzeugung Ausdruck, daß Kapitän Kendall von der „Empreß of Ireland“ vorsichtiger gehandelt haben würde, wenn er weiter von der „Storstad“ abgehalten hätte. Immerhin sei die Kommission nicht der Ansicht, daß darin, daß Kapitän Kendall zur größeren Vorsicht das Schiff stoppen ließ, eine unseemännische Handlungsweise zu erblicken sei oder daß dem Umstand, daß es nicht weiter auswich, ein Teil der Schuld an dem Unglück beizumessen sei. Der Grund für das rasche Sinkender „Empreß of Ireland“ sein gewesen, daß die Schließschotten zwischen zwei Kesselräumen beschädigt waren. Der Bericht empfiehlt, zukünftig bei Nebel die wasserdichten Schotten soweit als möglich geschlossen zu halten und empfiehlt weiter die Verwendung von Flößen, die ins Wasser gleiten, wenn das Schiff sinkt.