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Rennen in mehreren Klassen gesegelt

Die Wettfahrten in der Kieler Föhrde

Auf der Kieler Woche kämpften die Jachten mit starkem Wind. Die kaiserliche Jacht "Meteor" war wegen einer Reparatur schon vor dem Start chancenlos. Auch andere Jachten nahmen Schaden.

Kiel, 26 Juni

Die heutige Seewettfahrt des kaiserlichen Jachtklubs auf der Kieler Föhrde fand bei einem einwandfreien Nordwest von 7-8 Metern Stärke statt. Der Kaiser hatte sich bereits in der Frühe an Bord seiner Jacht „Meteor“ begeben, auf der als Gäste des Kaisers Lord Braffey, Admiral Warrender und eine Reihe von Offizieren der englischen Kriegsschiffe bald darauf erschienen. Vor dem Start brach auf dem „Meteor“ eine Rac des Topsegels; durch die Auswechselung gegen ein Dreikant des Topsegels ging dem „Meteor“ so viel Zeit verloren, dass er über zwei Minuten zu spät die Startlinie passierte und dadurch von vornherein einem wesentlichen Teil seiner Chancen verscherzte. „Hamburg II“ nahm die Führung, wurde aber auf der ersten rauhen Strecke von „Germania“ ausgesegelt, die gegen beide Segler ihre Vergütung von 4 Minuten 26 Sekunden heraussegelte und noch mit 15 Sekunden Vorsprung gewann, womit die Krupp v. Bohlensche Jacht den Krupp-Erinnerungs-Preis sowie den Ehrenpreis des Lords Braffey gewann gegen „Hamburg II“ als zweite Preisträgerin. „Meteor“ wurde mit 40 Sekunden geschlagen.

Von den 19-Meter-R-Jachten brach „Wendula“ auf der Höhe von Bülk die Stänge und gab infolgedessen auf. Auch auf der Jacht „Ellinor“ brach der Marconi-Mast in der Höhe der Heultonne. Da aber das Großsegel getragen werden konnte, setzte die Jacht das Rennen fort und sicherte sich dadurch den zweiten Preis. Den ersten gewann die Jacht „Cecilie“ des Majors v. Stumm, die außer dem Ehrenpreis des Kaisers auch den Ehrenpreis des Prinzen Heinrich erhielt.

Die 15-Meter und 12-Meter-R-Klassen segelten im 24-Seemeilen-Kurs. Von den ersteren gewann „Beduin“, die im Vorjahre nach Norwegen verkaufte deutsche Jacht „Sophie Elisabeth“, mit 2:48:43 in einem scharfen Rennen gegen die Engländerin „Pamela“, die mit 2:49:05 den zweiten Preis erhielt. Von den 12-Meter-R-Jachten gewannen wieder „Skeaf“ in 3:09:56, während den zweiten Preis die Schwedin „Sibyllan“ mit 3:12:00 erhielt.

Die 10-Meter-R-Jachten segelten über 22 Seemeilen. Die schwedische Jacht „Irene“ gewann in 3:18:12 gegen „Pesa“ (3:19:02) den Kaiserpreis.
Von den 8-Meter-R-Klassen liefen die schwedische Jacht „Astrid“ und die Berlinerin „Toni XI“ den übrigen Gegnern bald davon. „Toni“ konnte die Schwedin nicht halten, die in 3:29:55 den Riautschou-Preis gewann.