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Schwerer Betriebsunfall im Blechwalzwerk

Dramatischer Unfall im Walzwerk

Während der Nachtschicht im Blechwalzwerk der AEG wurden einem Arbeiter vier Finger abgequetscht. Erst Stunden nach dem schweren Betriebsunfall wurde der Mann in ein Krankenhaus gebracht.

Das Opfer eines schweren Betriebsunfalleswurde am Dienstag bei der Nachtschicht im Blechwalzwerk der A. E. G., Ober-Schöneweide, der in der Glabystraße 1 wohnhafte Arbeiter Hönich.

H. war aushilfsweise in dieser Abteilung beschäftigt und erhielt den Auftrag, die Walzen zu reinigen. Bei dieser Arbeit erfassten die Walzen den Putzlappen sowie die rechte Hand des Arbeiters und noch ehe die Walze ausgeschaltet werden konnte, wurden dem Hönich vier Finger abgequetscht. Eigentümlich berührt es, dass die Überführung des Schwerverletzten in ein Krankenhaus erst nach zwei Stunden erfolgte.

Ist es schon nicht gut zu heißen, dass die Betriebsleitung einen nur aushilfsweise in der Abteilung beschäftigten Arbeiter mit einer so gefahrvollen Arbeit betraut, so durfte dieselbe erst recht nicht bei vollem Betrieb der Walzenstraße vorgenommen werden. Befremden muss es auch, dass die Direktion des Kabelwerks die Bezahlung dieser Arbeit den in der Kolonne beschäftigten Arbeitern auferlegt. Eine Gesellschaft, die Jahr für Jahr ungeheueren Gewinn aus einem Betriebe herauswirtschaftet, darf unter keinen Umständen solche Zustände weiter bestehen lassen.

Da indessen eine Besserung der Verhältnisse schwerlich von der Leitung des Werkes zu erwarten ist, wäre es dringend notwendig, dass die Gewerbeinspektion den Betrieb einmal eingehend auf seine Sicherheitsvorschriften prüft.