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Zu Haftstrafe verurteilt

Ein Hauptmann als Soldatenerzieher

Vor dem Kölner Kriegsgericht musste sich ein Hauptmann verantworten, der Soldaten geschlagen, getreten und gepeitscht haben soll. Es war nicht seine erste Verurteilung.

Vor einigen Tagen stand der dem 63. Infanterieregiment angehörende Hauptmann Kräfft unter der Anklage der Misshandlung von Untergebenen vor dem Kriegsgericht. Das Gericht schloss auf Antrag des Anklagevertreters die Öffentlichkeit aus militärischen Interessen und wegen Gefährdung der Disziplin aus.

Immerhin sickerte von den Zeugenaussagen durch, dass der Hauptmann seine Untergebenen ins Kreuz getreten, sie ins in Gesicht geschlagen und gepeitscht hat. Der Strafantrag lautete auf zwei Monate Festung, das Urteil auf sechs Wochen Stubenarrest. Derselbe Hauptmann stand erst neulich wegen Misshandlung Untergebener vor dem Kriegsgericht, kam aber damals mit zwölf Tagen Stubenarrest davon. – Der Ausschluss der Öffentlichkeit wird auch beim Kölner Kriegsgericht immer häufiger. Die Begründung für den Ausschluss der Öffentlichkeit ist sonderbar. So verstieg sich vor kurzem der Vorsitzende dazu, die Öffentlichkeit auszuschließen, damit neben der Wahrung der militärischen Interessen „auch das Ehrgefühl des Herrn Angeklagten nicht verletzt werde“.