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Arbeitsrecht

Ist Krankheit ein Entlassungsgrund?

Ein wegen Krankheit entlassener Kinovorführer hat vor Gericht eine Entschädigung für seine Entlassung erkämpft. Dabei erklärte das Gericht noch einmal die Grundsätze, nach denen Kündigungen ausgesprochen werden dürfen.

Krankheit ist bei gewerblichen Arbeitern nur dann ein Entlassungsgrund, wenn die Beschäftigten infolge der Krankheit zur Fortsetzung der Arbeit unfähig werden. In solchen Fällen ist der Lohn aber nach §616 BGB weiter zu zahlen, wenn die durch die Krankheit verursachte Behinderung an der Arbeit eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit dauert. Ein Entlassungsgrund wegen der Krankheit liegt natürlich nur dann vor, wenn die Entlassung während der Krankheit erfolgt ist. Eine nach gehobener Arbeitsfähigkeit ausgesprochene Entlassung ist nicht zulässig. Diese Grundsätze wiederholte gestern das Gewerbegericht bei der Verhandlung in einer Klagesache.

Ein Kinovorführer forderte 19,30 M. restierenden Lohn. Diese Forderung wurde anerkannt. Ferner verlangte er 34 M. Entschädigung wegen kündigungsloser Entlassung. Des Klägers Entlassung war wegen seiner Erkrankung erfolgt. Es kam zu einem Vergleich in Höhe von 30 M., nachdem das Gericht die oben wiedergegebenen Grundsätze dargelegt hatte.