Franz Joseph I. Quelle: Wikipedia

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Stille Begrüßung auf Schloss Schönbrunn

Kaiser Franz Josefs Rückkehr nach Wien

Über das Begräbnis der Erzherzogs Franz Ferdinand und seiner Gattin sind noch keine Pläne bekannt. Unterdessen kehrte Kaiser Franz Josef auf sein Schloss Schönbrunn zurück, wo ihn eine schweigende Menge begrüßte.

Kaiser Franz Josef stand heute wie gewöhnlich um vier Uhr früh auf und begab sich um ½ 6 Uhr auf den Bahnhof, um nach Wien zu fahren. Es waren wegen der frühen Morgenstunden nur wenig Leute am Bahnhof anwesend. In Amstetten bestiegen Erzherzog Franz Salvator und Erzherzogin Marie Valerie den Hofsonderzug und begleiteten den Kaiser bis St. Pölten.

Um elf Uhr kam der Kaiser in Schönbrunn an. Dort hatte sich in Folge eines Gerüchts über ein ungünstiges Befinden des Kaisers, das aber ganz unbegründet ist, eine ungeheure Menschenmenge eingefunden, und Polizei musste einschreiten, um die Straßen zu säubern. Der Kaiser wurde bei seiner Ankunft am Bahnhof von dem neuen Thronfolger abgeholt und fuhr mit ins Schloss. Während der Kaiser auf dem Bahnhof mit Hochrufen begrüßt worden war, herrschte auf dem Schloss in Schönbrunn lautlose Stille. Die Leute, die sich dort angesammelt hatten, begrüßten den Monarchen nur durch Hüte abnehmen und Verbeugungen. Der Kaiser sah sehr ernst aus. Über das Leichenbegängnis des Erzherzogs und seiner Gemahlin sind bis zur Stunde noch keine Dispositionen getroffen. Der Schwager der Herzogin von Hohenberg, Graf Wuthenau aus Dresden, der in Karlsbad zur Kur weilt, hat sich nach Schloss Chlumetz begeben, um die Kinder des Erzherzogspaares von dem schrecklichen Tode ihrer Eltern zu verständigen.