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Royaler Geburtstag

Kaiser Franz Josef

Der österreichische Kaiser Franz Josef begeht heute seinen 84. Geburtstag. In diesen schwierigen Zeiten ist der Jubilar nicht nur für sein Reich wichtiger denn je.

Kaiser Franz Josef, der Freund des deutschen Kaisers und der oberste Kriegsherr des uns verbündeten österreichisch-ungarischen Kriegsheeres, wird heute vierundachtzig Jahre alt. Er verlebt diesen Tag nicht wie sonst in der heiteren Stille seines geliebten Ischl; er weilt in der Hofburg in Wien, wo alle Fäden der Kriegsleitung und der Diplomatie zusammenlaufen. Eine Aufgabe voll von ungeheurer Verantwortlichkeit, die auch einem Jüngeren nicht leicht fallen kann, ist diesem Fürsten am Abend seines Lebens auferlegt worden, und sein Auge blickt jetzt in eine Wirbelflut von Ereignissen, aus der sich erst allmählich etwas Festes, etwas Neues und Schönes gestalten soll.

In der Erregung der Zeit scheint sich der schon etwas müde gewesene Körper des alten Soldaten zu stählen und es ist gewiss, dass seine Seele sich aufrichtet an Freuden, die er und kein anderer hatte ahnen können. Er sieht die scheinbar zerrissenen Länder seiner Krone auf einen Gedanken vereint, dessen oberster Repräsentant er selber ist. Deutsche und Tschechen, Ungarn und Kroaten, sogar seine serbisch sprechenden Untertanen haben die Rüstung der inneren Zerwürfnisse abgeworfen, und sie rücken in dem stärkeren Panzer der großen Vaterlandsliebe gegen den moskowitischen Erbfeind und gegen die Widersacher des deutschen Freundes eng zusammengeschlossen ins Feld. Das sind Eindrücke, die den alten Herrn mit einer heißen Glücksempfindung erfüllen müssen. Das gibt ihm eine Sicherheit für die Gegenwart, eine Hoffnung für die Zukunft, die ihn viel von dem Leid vergessen lassen wird, das er erfahren. Das ist eine Geburtstagsgabe seiner Völker, wie sie großartiger nicht gedacht werden kann.

Tausende und Abertausende von uns Reichsdeutschen waren sonst in den Augusttagen im Genuss ihrer Ferien durch alle Länder der österreichisch-ungarischen Krone verstreut. Sie haben dort immer die Festlichkeiten zu Ehren Franz Josefs mitgefeiert, haben die ihm stürmisch zugewandte Begeisterung seiner Bürger mitempfunden und in Ehrerbietung seiner gedacht. Wenn uns heute die harte Pflicht der Zeit an die Heimat bindet, werden wir darum nicht des Vierhundachtzigjährigen vergessen. Im Gegenteil, über die Grenzpfähle, die zwischen dem Deutschen Reich und der habsburgischen Monarchie keine Trennung, sondern eine Verbindung bedeuten, rufen wir dem Kaiser und Könige aus vollem Herzen einen Glückwunsch zu: für sein Wohlergehen als Herrscher, als Soldat und als menschlich so liebenswerte Persönlichkeit.