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Erste Gefallene des Krieges

Nächtlicher Kampf vor Belgrad

Der Krieg zwischen Österreich-Ungarn und Serbien hat die ersten Leben gefordert. Beim Kampf um eine strategisch wichtige Brücke über die Donau sollen auf beiden Seiten Soldaten gefallen sein.

Semlin, 30. Juli.
Kurz nach Mitternacht versuchten die Serben abermals, die Brücke zu zerstören. Unter dem Lichte des Scheinwerfers eines Monitors, der beständig die Brücke bewacht, sah man eine starke Abteilung serbischer Infanterie vorrücken. Die Serben wurden durch die österreichische Artillerie mit Schrapnells und Maschinengewehren beschossen. Auf serbischer Seite gab es viele Tote und Verwundete, und die Serben mussten zurück. Nach 2 Uhr wurde es wieder ruhig, aber schon gegen 4 Uhr begann wieder lebhaftes Gewehrfeuer.

Zwei der vor Semlin liegenden Monitore warfen los und verschwanden. Dafür erscheint der Schlepper „Alkotmany“ auf der Donau und wagt sich auf serbisches Gebiet hinüber. Er fährt langsam dicht an den Schanzen und der Stadt Belgrad vorbei und kehrt dann wieder zurück. Die Serben eröffnen ein wütendes Feuer auf den Dampfer, und man kann feststellen, dass die zerschossenen Schanzen wieder stark von serbischer Infanterie besetzt sind. Offenbar hatte die kühne Fahrt des Schleppers den Zweck, die serbischen Stellungen zu erkunden. Zwei Mann der Besatzung des Schleppers sind von den serbischen Kugel tödlich getroffen worden. Der „Alkotmany“ war von einem kleinen Boot begleitet, einem Avisoboot der Kriegsmarine der Donauflotille. Auch der Kommandant dieses Kriegsfahrzeuges, das sich mutig den Kugeln des Feindes ausgesetzt hat, soll gefallen sein.