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Polizei verhindert Gewaltausbruch

Neue serbenfeindliche Kundgebungen in Wien

Rund 600 überwiegend junge Österreicher haben sich in Wien zu einer neuen, anti-serbischen Demonstration zusammengefunden. Dank mehrerer beherzter Ploizei-Einsätze konnte eine Eskalation verhindert werden.

Wien, 1. Juli.

Heute Abend zog eine Gruppe von 300 Studenten, denen sich etwa 300 junge Leute, darunter Gehilfen aus den Vorstädten anschlossen, gegen die Paulanergasse und machten den Versuch, vor der serbischen Gesandtschaft zu demonstrieren. Die Straße war jedoch durch ein großes Polizeiaufgebot besetzt, und die Demonstranten mussten sich begnügen, von der Ferne aus zu demonstrieren. Sie wurden von der Polizei zerstreut, sammelten sich später wieder und zogen in Trupps über die Ringstraße, wo sie den Versuch machten, in die Hofburg einzudringen. Die Burgwache trat ihnen jedoch, trotzdem sie patriotische Lieder und die Volkshymne sangen, mit aufgeplatztem Bajonett entgegen und verdrängte die Demonstranten. Diese sammelten sich wiederum und zogen abermals nach dem vierten Bezirk zur serbischen Gesandtschaft. Als sie vor einem Caféhaus am Karlsplatz vorüberkamen, glaubten sie, einen serbenfreundlichen Ruf zu hören. Die Demonstranten machten Miene, das Lokal zu stürmen, doch trat ihnen die Polizei rechtzeitig entgegen. Gegen 10 Uhr abends waren wieder auf beiden Seiten der Paulanergasse große Menschenmengen angesammelt, die Drohrufe gegen Serbien ausstießen und patriotische Lieder sangen. Ein Polizeikordon sorgte für die Freihaltung der Straße und verhinderte alle Angriffe gegen das Gesandtschaftsgebäude.