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Totale Sonnenfinsternis für den 21. August erwartet

Probleme der diesjährigen totalen Sonnenfinsternis

Forscher versprechen sich neue Erkenntnisse von der Sonnenfinsternis, insbesondere bezüglich der genialen Gravitationstheorie von Einstein. Erst 1954 ergibt sich die nächste Gelegenheit, eine totale Sonnenfinsternis zu beobachten.

Am 21. August 1914 gibt es, wie schon früher erwähnt, eine totale Sonnenfinsternis, zu deren Beobachtung die bedeutendsten Sternwarten des Erdkreises wie gewöhnlich eigene Expeditionen ausrüsten werden. Besonders günstig liegen die Beobachtungsbedingungen für Standquartiere in Armenien.Sehr wichtig sind möglichst erste Kontaktbeobachtungen von Sonne und Mond, weil nach Professor Dr. Marcuse ein einwandfreier Ort des Neumondes für die Erforschung der Bahnbewegungen unseres Satelliten ebenso nützlich wie selten erhältlich ist.

In Nr. 4724 der „Astronomischen Nachrichten“ macht Hahn auf einige wünschenswerte Observationen aufmerksam. Er empfiehlt zugleich photographische Aufnahmen der Verfinsterung, um die Fehler der Sinneswahrnehmung möglichst auszuschalten. (Auf die Möglichkeit und Bedeutung astronomischer Beobachtungsfehler wurde hier unlängst in Nr. 199 vom 21. April hingewiesen, d. Red.) Im Anschluß daran macht E. freundlichst den Hinweis, daß bei dieser Sonnenfinsternis zugleich ein schwacher Fixstern 7,3 Größe vom Monde bedeckt wird; es wäre erwünscht, gelegentlich der Beobachtung dieser Bedeckung die Frage zu untersuchen, ob die Lichtstrahlen in unmittelbarer Nähe der Sonne eine Ablenkung erfahren, wie dies nach der von D. Tourvoister aufgestellten Annahme einer „kosmischen Strahlenbrechung“ nicht unwahrscheinlich und nach Einsteins genialer Gravitationstheorie geradezu erforderlich ist.

Auch an einigen Punkten der norwegischen Küste wird die Totalität der Verfinsterung zu beobachten sein. Da in Deutschland die nächste totale Sonnenfinsternis erst im Jahre 1954 zu sein wird, sollte jeder, der eine kurze Nordlandreise auszuführen vermag, diese Gelegenheit zum Beobachten einer der eindruckvollsten Himmelserscheinungen nicht unbewußt lassen. Nach Berechnungen von Professor Seelmunden geht die Zone der Totalität durch folgende norwegische, zumal an der Küste gelegene Orte in der Reihenfolge von Norden nach Süden: Tranen, Esidaasvar, Dönna, Moßjöen, Volfjorden, Haifildalen, Börgosfield und Namsvandet.