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Nach Messerstichen

Rasputin lebt!

Entgegen anderslautenden Meldungen hat Rasputin das Attentat auf ihn überlebt. Er soll bald in eine Petersburger Klinik verlegt werden. Rasputin will sogar die Attentäterin treffen, doch die weigert sich.

Petersburg, 16. Juli
Der von den russischen Blättern bereits totgesagte Rasputin lebt, und man berichtet sogar, dass es ihm besser gehe, und dass die Ärzte hoffen, ihn durchzubringen. Sie beabsichtigen, ihn in den nächsten Tagen nach Petersburg überzuführen, um ihn in eine Klinik zu bringen. Rasputin wünschte auf jeden Fall, Frau Gussewa, die den Dolchstich führte, zu sehen und zu sprechen, doch jene weigert sich, ihm gegenüberzutreten.

Der Mönch Jliodor hat auf eine Anfrage der russischen „Börsenzeitung“ eine Depesche zugeschickt, in der er sagt, die dreißigjährige, kluge und religiöse Gessewa habe er vor sieben bis acht Monaten zum letzten Mal gesehen. Sie hielt Rasputin für einen falschen Propheten und Mädchenverführer. Sie erklärte schon damals, dass sie Rasputin für seine zahllosen Verführungen töten zu werden, namentlich für die Verführung der jungen Nonne Xenia. Sie erklärte die Ermordung Rasputins für ein Gebot Gottes.