Sport > Pferderennen >

Pferderennen im Grunewald

Rennen im Grunewald

Vor dem Pferderennen im Grunewald birgt das Starterfeld eine kleine Überraschung. Wir geben eine Einschätzung ab, welche Pferde die größten Siegchancen haben.

Die brave Orchidee II, deren Wiedererscheinen auf der Rennbahn heute dem Kincsem-Rennen eine besondere Bedeutung verleiht, ist, schon äußerlich nicht die prangende Schönheit, die man sich unter ihrem Namen vorstellt, im Oppenheimischen Stalle das Mädchen für alles. Voriges Jahr hat sie oft genug für die Hengste ihres Stalles einspringen müssen, einmal sogar für Dolomit Pace gemacht in einem Rennen, dass sie, wäre die Stute für eigene Rechnung gegangen, sicherlich gewonnen hätte, während Dolomit versagte, und zu guter Letzt, als Cfardas und Majestic lahm geworden waren, hat die zähe Galtee-More-Tochter sogar das Saint-Leger für die rote Jacke mit den blauen Ärmeln gerettet.

Es entspricht also ganz ihrer bisherigen Laufbahn, wenn sie heute an Stelle Dolomits, der nach der im Großen Preis erlittenen Schlappe ein bisschen geschont wird, gegen die besten älteren Pferde antritt, die von der Konkurrenz MacCreerys aufgeboten werden konnten. Es sind dies in erster Linie Emperador, Alvarez und Colleoni, wir glauben aber bestimmt an den Sieg von Orchidee II, denn die vorjährige Form der Stute ist weit besser als die der drei Hengste, und Orchidee II befindet sich, anders als zu Beginn der Saison, jetzt wieder auf der Höhe ihres Könnens. Von Zweijährigen sollen im Puchhof-Rennen ursprünglich Planners Tamina und Watts Leda debutieren, die erstere ist aber unpässlich geworden und an Ledas Stelle sattelt Graditz Liberia, die man von ihrem Laufen gegen Bella Luna her kennt. Es wachsen also die Chancen der debutierenden Hengste Sirdar aus dem Oppenheimischen Stall und Faun des Herrn v. Schmieder. Auch Tarals Makari und Swirtigals Schwester Swanhild dürften ein Wort mitsprechen. In erster Linie hat man aber mir Sirdar und Liberia zu rechnen. Die Schar der Dreijährigen hat sich stark gelichtet. Ihrer vier nun bestreiten das wertvolle Greaditz-Rennen, das Trianon gegen Logarithmus knapp gewinnen sollte. Die Programm füllenden Handicaps und Verkaufsrennen öffnen der Spekulation Tür und Tor. Wir nennen als chancenvoll für den Preis von Oelber Therose, Severus und Eidechse und für das Steinach-Rennen Sandwirthin. Im Stadtbahn-Handicap wird man am besten mit Okka und Auvergnat fahren und im Flieger-Handicap dürften Schatzgräber und Bracing Air unter den gegebenen Gewichtsverhältnissen die schnellsten sein.