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Osterweddingen

Schießerei zwischen einem Jagdaufseher und Dorfbewohnern

In der Nähe von Magdeburg ist es zu einer Schießerei zwischen einem Jagdaufseher und Dorfbewohnern gekommen. Nachdem der Aufseher einen Wilderer erschossen hatte, versuchte ein Mob, sein Haus zu stürmen. Dabei fielen weitere Schüsse.

Magdeburg, 23. Juli
In Osterweddingen hatte der Aufseher der Jagdgenossenschaft, Kramer, gestern früh einen Zusammenstoß mit Wilddieben, wobei er den Schlosser Held erschoss. Ob Notwehr vorliegt, ist noch nicht festgestellt. Wegen der Erschießung Helds hatte sich der Bevölkerung starke Erregung bemächtigt, und man versuchte gestern Nacht, das Haus Kramers zu stürmen. Um sich zu verteidigen, gab Kramer Schüsse ab, wodurch vier Personen verletzt wurden, darunter drei schwer und eine leicht. Bei einem der Schwerverletzten besteht Lebensgefahr. Heute früh wurden auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft 15 Schussleute aus Magdeburg, mit Karabinern bewaffnet, nach Ostweddingen geschickt, von denen acht bereits wieder zurückgekehrt sind; die übrigen sind auf Wunsch des Amtsvorstehers dort geblieben. Gegen Kramer ist Voruntersuchung eingeleitet worden, er wird zurzeit in Magdeburg vernommen.