Der englische leichte Kreuzer H.M.S. Dublin
Quelle: europeana1914-1918.eu: David Pounder, CC-BY-SA

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Rede Sir Edward Greys

Sir Edward Greys Erklärungen

Sir Edward Grey hat vor dem britischen Unterhaus eine Rede zur Neutralität Englandas gehalten. Dabei vermied er es, sich festzulegen. Heer und Flotte sind allerdings bereits mobilisiert.

Der englische Staatssekretär des Äußeren hat gestern im Unterhause eine sehr wichtige Erklärung über die Haltung Englands in der gegenwärtigen europäischen Krisis abgegeben. Von den Telegrammmen, die uns unser Londoner Privatkorrespondent darüber gesandt hat, ist bis zum Schluss des Blattes weder der Anfang noch das Ende eingetroffen, so daß bis jetzt nur ein auf der Rede herausgerissenes Stück vorliegt. Unser Korrespondent telegraphiert:

London, 3. August.
Im Verlaufe seiner heutigen Rede sagte Sir Edward Grey: Er höre, daß, wenn England sich zur Neutralität verpflichte, Deutschland bereit sei, die Nordküste Frankreichs nicht anzugreifen. Dies sei eine zu engbegrenzte Verpflichtung. Die frage der Neutralität Belgiens werde jede Minute wichtiger. Deutschland könne keine verpflichtende Zusicherung in Bezug auf die Neutralität Belgiens abgeben, da es dadurch seinen Feldzugsplan enthüllen würde. Wenn die Neutralität Belgiens verletzt werde, so sei die Situation klar. Grey sagte dann, die englische Flotte und das Heer seien in der Mobilisierung begriffen, aber es sei keine Verpflichtung eingegangen worden, ein Expeditionskorps zu entsenden.

Ein weiteres Privat-Telegramm aus London, das uns in den ersten Morgenstunden zugeht, besagt: Greys Rede war sehr lang. Grey sprach sich nicht direkt gegen die Neutralität Englands aus und hielt sich alle Möglichkeiten offen.