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Hitzetote

Todesopfer der Hitze beim Militär

Weil ein Oberst sein Regiment trotz der großen Hitze stundenlang eine Übung absolvieren ließ, sind zwei seiner Soldaten gestorben. Etwa 100 weitere erlitten Zusammenbrüche.

Frankfurt a. O., 13. Juli

Im Grenadierregiment Nr. 12, an dessen Spitze der aus der Zabernaffäre bekannte Oberst v. Reuter steht, sind zwei Todesfälle vorgekommen. Das Grenadierregiment Nr. 12 war am Sonnabend früh zu einer größeren Felddienstübung unter dem Kommando des Obersten v. Reuter ausgerückt. Die Übung zog sich trotz der großen Hitze bis in die Mittagsstunden hin.

Als das Regiment in die Stadt zurückkehrte, wurde in einem Wagen eine Anzahl marschunfähiger Leute, die infolge des heißen Wetters schlapp geworden waren, zurück transportiert. An den Folgen sind zwei Leute des Regiments, ein Einjähriger und ein Grenadier, gestern Nachmittag und heute Vormittag gestorben. Wie inzwischen festgestellt wurde, sind mehr als 100 Soldaten erkrankt.

Der Kanonier Leschke von der vierten Batterie des Artillerieregiments Nr. 18 in Frankfurt a. D. hat sich heute früh vergiftet und vom dritten Stockwerk auf die Straße hinabgestürzt. Das Motiv der Tat ist unbekannt.