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Wegen Sommerhitze

Wasserverbrauch in Berlin

Die Berliner Wasserwerke haben vergangenen Samstag so viel Wasser in die Leitungen gepumpt wie am heißesten Tag des Rekordsommers 1911. Doch dieser Verbrauchsrekord dürfte bald fallen.

Die heiße Witterung der vorherigen Woche hat hohe Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der städtischen Leitungswerke gestellt. Am Sonnabend, den 4. Juli, sind von den Werken rund 808 800 Kubikmeter Wasser nach Berlin zur Versorgung der Stadt und der an das Berliner Rohrnetz angeschlossenen Vororte geliefert worden. Das ist die bisherige höchste Tagesleistung in diesem Sommer. Der Sonnabend ist an und für sich derjenige Tag der Woche, an dem das meiste Wasser verbraucht wird, insbesondere zur Reinigung der Wohnungen und zum Baden. Ist er dazu ein heißer, trockener Tag, so steigt der Wasserverbrauch an einem solchen ganz außerordentlich, und der größte Tagesverbrauch eines Jahres fällt deshalb stets auf einen Sonnabend.

Mit obiger Zahl ist der höchste Verbrauch, den die städtischen Wasserwerke bisher und zwar in dem heißen Sommer des Jahres 1911, zu verzeichnen hatten, erreicht, und da wir im laufenden Sommer wahrscheinlich noch nicht die größte Hitze hinter uns haben, so ist zu erwarten, dass der Rekord von 1911 in diesem Jahr noch geschlagen werden wird. Die Wasserwerke haben den Bedarf am 4. Juli glatt gedeckt und sind in der Lage, auch einen noch größeren Bedarf ohne Schwierigkeiten zu bewältigen, da das neue Werk in der Wuhlheide in diesem Sommer schon mit der Hälfte seiner Brunnenanlagen in die Versorgung eingreift und durch die Herstellung eines dritten Druckrohres die Zuführung des Wasser vom Werk Müggelsee her erheblich verbessert ist. Ein Wassermangel ist daher auch bei weiterer Steigerung der Temperatur nicht zu befürchten. Gleichwohl soll angesichts der großen Hitze in diesem Jahre, die an den heißen Sommer des Jahres 1911 erinnert, die Mahnung an die Hausfrauen gerichtet werden, sparsam mit dem Wasser umzugehen.