Zentralbild / dpa 28.7.1954 I. Weltkrieg 1914 - 18 Zum Kriegsausbruch am 1. August 1914 U.B.z.: Der Auszug deutscher Soldaten aus ihrer Garnisonsstadt

Politik > Deutsches Reich >

Mobilmachung

1 200 000 Freiwillige!

Kaum etwas kann die Kriegsbegeisterung so verdeutlichen, wie diese Zahl: 1 200 000. So viele deutsche Männer haben sich freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet.

Am 4. August sprach der Reichskanzler v. Bethmann Hollweg die zuversichtlichen Worte: „Unsere Armee steht im Felde, unsere Flotte ist kampfbereit, hinter ihr das ganze deutsche Volk!“ Die Armee hat bereits gezeigt, wessen sie fähig und von welcher Unerschrockenheit sie beseelt ist. Was von der Flotte erwartet werden kann, hat man aus den kühnen Streifzügen der „Augsburg“ und der „Königin Luise“ und der Schiffe im Mittelmeer ersehen. Und wie das Volk in diesen Tagen opferstark und ruhig alle Pflichten auf sich nimmt, ist einzig und wundervoll. Es wird nicht leicht sein, späteren Geschlechtern die Stimmung dieser Tage und die bewundernswerte Art, wie das deutsche Volk heute jedes Opfer darbringt, zu schildern. Aber klarer als solche Schilderungen wird zu den kommenden Generationen eine Tatsache sprechen können. In den ersten Augusttagen des Schicksalsjahres 1914 haben sich

1 200 000 junge Deutsche freiwillig

zum Kampfe, zum Eintritt in das Heer gemeldet. Es liegt allein in dieser Ziffer eine solche Kraft, dass jede Zaghaftigkeit vor ihr hinschwinden müsste. Sie zeigt auch für Kinder und Enkel davon, wie heute der feste Wille, das Vaterland zu verteidigen, das ganze deutsche Volk erfüllt.