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Berlin

Aus der Selbstmordchronik

In Berlin haben sich mehrere Menschen zumeist aus Arbeitslosigkeit oder Hunger das Leben genommen. Doch nicht bei jedem Selbstmord sind die Beweggründe schon aufgeklärt.

Arbeitslosigkeit und Nahrungssorgen haben wieder mehrere Personen in den Tod getrieben:

Der 58 Jahre alte Wächter Hermann Schutz vom Luisenufer 41 schoss sich auf dem Tempelhofer Feld eine Kugel in die rechte Schläfe, die seinen sofortigen Tod herbeiführte.

Mit Leuchtgas vergiftet hat sich der 52 Jahre alte Arbeiter Friedrich Köhler aus der Manteuffelstr. 97. K., der kränklich war, konnte deshalb keine Beschäftigung finden.

Der 28 Jahre alte Hausdiener Richard Krüger, der in einem Krankenhaus angestellt war, vergiftete sich in dem Spähnekeller des Desinfektionsraumes mit Lysol, weil er entlassen worden war. Unbekannt ist der Grund, der den 59 Jahre alten Diener Johann Gnoyke aus der Breite Straße 26 zu Schwmargendorf zum Selbstmord veranlasst hat. Gnoyke entfernte sich von seiner Arbeitsstelle, angeblich um etwas für sich einzukaufen, begab sich aber auf ein unbebautes Gelände in der Wisbyer Straße und vergiftete sich dort mit Lysol.

Unaufgeklärt ist auch der Selbstmord einer Näherin. Die 28 Jahre alte Näherin Elise Hobse aus der Arndtstraße 29 wurde seit ungefähr einer Woche vermisst. Als man jetzt ihre Behausung öffnete, fand man sie schon stark verwest, tot auf. Sie hatte sich mit Leuchtgas vergiftet.