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Arktis-Expedition

Besorgnisse um eine Polarexpedition

Acht Mitglieder einer Arktis-Expedition werden vermisst und sind vermutlich ums Leben gekommen. Es ist wohl der schlimme Ausgang einer ohnehin vom Pech verfolgten Expedition.

Aus Ottawa meldet eine Drahtnachricht: Es wird befürchtet, dass acht Mitglieder der arktischen Expedition von Steffanson, von denen man annahm, dass sie sich auf der Wrangel-Insel befinden, ums Leben gekommen sind. Der stellvertretende Marineminister hat von dem Kapitän Barlett des gesunkenen Dampfers „Karluk“ die Nachricht erhalten, dass zehn Tage nach dem Untergang der „“Karluk“ zwei Expeditionen, bestehend aus 8 Mann, aufgebrochen seien und dass man seitdem nichts mehr von ihnen gehört habe.

Nach einem früheren Bericht hatte der Kapitän gemeldet, dass die Mannschaft der „Karluk“, die in der Nähe der Herald-Insel gesunken war, die Wrangel-Insel an der sibirischen Küste erreicht habe, und dass sich alles wohl befinde. Unter den Vermissten befindet sich ein schottischer Arzt, der englische Ozeanograph Murrah und der Pariser Anthropologe Heure Beuchat. Dem Kapitän Bartlett sind beide Füße erfroren.

Wie hierzu die „B.Z.“ weiter meldet, ist die Expedition überhaupt vom Unglück verfolgt worden. Das Begleitschiff des Expeditionsschiffes „Karluk“, die „Mary Sachs“, verschwand im Packeise, und der Führer der Expedition, Murrah, wurde auf längere Zeit von der Hauptabteilung abgeschnitten, so dass die Hauptarbeiten um ein Jahr verzögert wurden. Dann kam die Meldung von dem Untergang der „Karluk“. Als die „Karluk“ am 11. Januar von dem Eis erdrückt und entzweigeschnitten wurde und im Meere verschwand, hatte Kapitän Barlett noch genug Zeit gehabt, um die notwendigen Nahrungs- und Transportmittel von Bord zu schaffen, und auf dem Eis wurden Hütten errichtet, die mit Segeltuch zugedeckt wurden. Es wurden dann alle Vorbereitungen getroffen, um mittels Schlitten die 160 Kilometer entfernte Wrangen-Insel zu erreichen zu können. Drei Abteilungen von je vier Mann waren mit Schlitten und Hunden vorausgeschickt worden. Die Hauptabteilung unter Kapitän Bartlett sollte folgen.

Der Kapitän und seine Leute trafen wohlbehalten auf der Insel ein, ohne jedoch von den anderen Abteilungen etwas zu sehen. Zwei Wochen lang suchten sie vergebenem und die Strapazen, die sie dabei durchzumachen hatten, waren furchtbar. Die meisten litten an erfrorenen Füßen und Händen; auch dem Kapitän erfroren beide Beine. Kapitän Bartlett wollte nunmehr so schnell wie möglich mit Steffanson in Verbindung kommen, um von dort Hilfe zu erlangen. Er folgte der Küstenlinie bis um Emmahafen und erreichte von dort Port Michael auf Maske. Als er von der Wrangen-Insel fortging, waren dort die vorangegangenen Abteilungen noch immer nicht eingetroffen und man befürchtet, dass sie ums Leben gekommen sind. Die erste bestand aus dem Ersten Offizier und drei Seeleuten, und zur zweiten gehörte der Arzt Forbes-Maclay, der vorerwähnte Ozeanograph James Murrah, die beide bereits an der Shackleton-Expedition teilgenommen hatten, der französische Anthropologe Beuchat aus Paris und ein Seemann.