Deutsches Reich

In einem Dorf in an der Ostfront

Von den letzten Kämpfen im Osten.

Ein Feldpostbrief.

„…Wir langten am Donnerstag nach 48-stündigem durch Ruhe nur wenig unterbrochenem Marsch in einem kleinen verlassenen Dorf an. Es war gegen 11 Uhr vormittags, und wir bekamen plötzlich lebhaftes Artilleriefeuer. Der Feind hatte sich auf das erwähnte Dorf eingeschossen und offenbar unsere Ankunft erwartet. … weiterlesen

International

Strategisch wichtiger Stützpunkt erobert

Die Einnahme der Festung Namur

Das W. T. B. meldete heute um 11½ Uhr Vormittags:
Von der Festung Namur sind fünf Forts und die Stadt in unserem Besitz. Vier Forts werden noch beschossen, ihr Fall scheint in Kürze bevorzustehen.
Der Generalquartiermeister 
v. Stein

(Bereits durch Extrablatt gemeldet. D. Red.)
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Deutsches Reich

Familien helfen Familien

Bei den flüchtigen Ostpreußen

Mit den Frühzügen trafen heute wieder einige Hundert ostpreußischer Landbewohner in Berlin ein. Auf dem Schlesischen Bahnhof, auf den Bahnsteigen Friedrichstraße, Zoologischer Garten und Charlottenburg lagen die Gepäckstücke zu kleinen Bergen geschichtet. Und um das Wenige, was sie in eiliger Flucht zusammenraffen konnten, standen die Armen, die von der heimatlichen Scholle fliehen mussten. Ältere und jüngere Männer, Frauen und Kinder. Auch ein steinaltes Großmütterchen, das den Umstehenden immer wieder beteuert, sie hätte nie gedacht, auf ihre alten Tage noch „so etwas“ zu erleben. In der Erinnerung der alten Frau leben noch die großen Tage von 1870/71. Und indem sie das alles umständlich erzählt, lässt sie es an wütenden Bemerkungen gegen die Russen nicht fehlen. Sie beruhigt ihre Angehörigen mit der Versicherung, dass alle bald wieder in die Heimat zurückkehren werden. Es geht ihnen jetzt schlecht, den Brüdern aus Ostpreußen, aber alle stehen sie unter frommer Zuversicht und Siegesgewissheit.
Die Ostpreußen auf den Bahnhöfen geben nur ein kleines Bild von der großen Flucht. Die „Beratungsstelle für Flüchtlinge“ aber, die seit einer Woche den aus Belgien, England und Frankreich vertriebenen Deutschen mit Rat und Tat zur Seite steht, sah heute einen Massenandrang von hilfsbedürftigen Ostpreußen. Gestern war der Hilfsaufruf erschienen, und heute morgen standen an 100 Damen und Herren in der Säulenhalle, die zum Sitzungssaal führt; sie waren aus allen Teilen der Stadt gekommen, um ihre Hilfe anzubieten. Viele Ostpreußen waren unter ihnen, die nun seit langem in Berlin die neue Heimat gefunden haben, aber auch waschechte Berliner sind da, und sie können es kaum erwarten, ihr Hilfsanerbieten vorzubringen. Bogen werden ihnen überreicht, auf denen kurze Fragen nach der Art der Hilfeleistung vermerkt sind. „Wollen Sie Wäsche, Kost oder Wohnung geben?“ „Alles!“ ruft ein behäbiger, gutmütiger Mann, „Jeben Sie mir ‚n paar Kinderchen dazu! …“ Und bald darauf zieht er mit Mutter, Vater und zwei niedlichen Mädchens glückstrahlend ab.

Im Saale geht es zu wie in einem Warenhaus. Auf den Bänken der Seitenwände liegen große Koffer und Schachteln, gefüllt mit Kleidern und Wäsche. Da sieht man Kinderhemden und Kleider, aber auch schöne Straßenkostüme für anspruchsvollere Damen. Und Herrenanzüge in allen Farben. Paletots, Hüte und – Regenschirme. Kurz – hier kann alles verschenkt werden. Mit Rührung und Staunen sieht man, wie über Nacht das Warenhaus zur öffentlichen Hilfstätigkeit entstanden ist. Die Kleiderrechen biegen sich unter ihrer Last. Und immer neue Ladungen treffen ein. Eine elegante Dame erscheint mit ihren beiden Töchtern. Sie schleppen große Koffer über die breite Treppe und stehen dann aufatmend vor dem Tisch, an dem die Damen und Herren des Hilfskomitees – im Beisein von Vertretern des Reichsamts des Innern – Listen führen über alle Eingänge. Hier werden die Angebote entgegengenommen. Inzwischen wickelt sich bei der Ausgabestelle alles glatt ab. Da probiert ein junger Mann den grauen Anzug, der beinahe passt, schließlich aber doch durch einen noch besser passenden ersetzt wird. Kinder werden eingekleidet und sind stolz auf die neuen Moden, in denen sie sich jetzt den Eltern zeigen können, denen inzwischen die Wohnungen zugewiesen wurden. Für alle ist vorläufig gesorgt.

Niemals sah man so viel rührende Hilfsbereitschaft, wie sie sich jetzt für jene kundgibt, die, mehr als alle anderen Daheimgebliebenen, unter dem Schrecken des Krieges zu leiden haben. Man konnte heute feststellen, dass das Angebot die Nachfrage überstieg. Heute waren mehr Hilfsbereitschaft als Hilfsbedürftigkeit vertreten. Und wenn die nächsten Tage dasselbe Ergebnis zeitigen, dann wird für alle Ostpreußen gesorgt sein.

Deutsches Reich

Deutsches Rotes Kreuz ruft zur Mitarbeit auf

Ostpreußen

Im gestrigen Abendblatt haben wir mitgeteilt, dass die Unterstützung der sehr zahlreichen Flüchtlinge, die aus den ostpreußischen Grenzbezirken in Berlin eintreffen, zunächst von der Beratungsstelle des Roten Kreuzes, im Reichstagsgebäude, Portal 5, organisiert wird. … weiterlesen

International

Verfolgung in Richtung Longwy fortgesetzt

Eine französische Armee völlig geschlagen

Deutsche Siege bei Lunéville, Longwy, am Smois und bei Maubeuge. – eine englische Brigade geschlagen. Mehrere französische Generäle gefangen.

Das W. T. B. verbreitet in der zweiten Morgenstunde folgende Meldung: Die Truppen, die unter Führung des Kronprinzen von Bayern in Lothringen gesiegt haben, haben die Linie Lunéville – Balmont- Cirey überschritten. Das 21. Armeekorps ist heute in Lunéville eingezogen. … weiterlesen

Deutsches Reich

Aufruf an alle Proletarier

Unsere Feinde

Wir wollen uns menschlich und freundlich zeigen gegen diejenigen, die das Kriegsgeschick als Gefangene in unsere Hände spielte. Wir wollen aber auch menschlich sein gegen unsere Feinde im Felde. Wir haben mit ihnen zu kämpfen; auch wer grundsätzlich ein Gegner des Krieges ist, muss sich jetzt damit abfinden. Aber kämpfen heißt noch nicht morden, heißt nicht grausam sein. … weiterlesen

Deutsches Reich

Angriffe im Osten und Westen erfolgreich zurückgeschlagen

Die russische Offensive bei Gumbinnen zurückgedrängt

Wolffs Telegraphen-Bureau meldet in der ersten Morgenstunde des heutigen Sonntags
„Starke russische Kräfte sind gegen die Linie Gumbinnen-Angerburg im Vorgehen. Das erste Armeekorps hat am 20. d. M. Erneut den aus Gumbinnen vorgehenden Feind angegriffen und geworfen. … weiterlesen

Deutsches Reich

Sieg bei Metz

Die Aufnahme der Siegesnachricht in Berlin

Die Nachricht vom Siege bei Metz wurde von der Bevölkerung mit freudigem Jubel begrüßt. Als kurz vor halb vier Uhr aus dem Hause des „Berliner Tageblatts“ zwei Fahnen weithin ankündeten, dass ein deutscher Sieg erfochten sei, öffneten sich in der Umgegend alle Fenster, und die Menge strömte, um Näheres zu erfahren, von allen Seiten herbei. Mit Windeseile verbreitete sich die Nachricht in der ganzen Stadt und in den Vororten, und die ersten Abendzeitungen, die um diese Stunde erschienen, wurden den immer zahlreicher werdenden Zeitungsverkäufern an den belebten Verkehrspunkten fast aus den Händen gerissen. … weiterlesen

Politik

Alkohol setzt die Marschleistung herab - und wahrscheinlich auch die Treffsicherheit

Ernährung der Massen im Krieg

Dass der Erfolg der Waffen mit in allererster Linie von der Ernährung der Soldaten abhängig ist, ist eine Tatsache, die solange bekannt und bestätigt ist, wie wir eine Welt- und Kriegsgeschichte besitzen. Aber auch die ausreichende Ernährung der zurückgebliebenen Volksgenossen ist für den glücklichen Ausgang eines Krieges von außerordentlicher Bedeutung. … weiterlesen