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Existenzminimum

Das Existenzminimum der Frau

Ein englischer Gesetzentwurf sieht die Festlegung eines Mindestlohnes vor. Für Frauen und Männer gelten dabei unterschiedliche Löhne. Besonders eine wichtige Frage bleibt unbeantwortet.

In England wurde Anfang Juni ein Gesetzentwurf veröffentlicht, der die Vermessung von Löhnen nach dem Existenzminimum und die Registrierung der Unternehmer vorsieht, die weniger als die festgesetzten Löhne zahlen. Aus der Notiz geht nicht hervor, wer den Entwurf eingebracht hat, ob er von der Regierung oder einzelnen Abgeordneten ausgeht. Die Stundenlöhne sollen so bemessen werden, dass sie bei einer Arbeitswoche von nicht über 54 Stunden ohne andere Einnahmequelle ausreichen.

a) der Männerlohn für den Unterhalt eines Mannes der arbeitenden Klasse, sowie seiner Frau und Kinder;
b) der Frauenlohn für den Unterhalt einer alleinerziehenden Frau der arbeitenden Klasse

Für die größeren Städte soll der Männerlohn nicht unter 4 ½ Pence (38 ¼ Pf.), der Frauenlohn nicht unter 3 Pence (25 ½ Pf.) pro Stunde betragen. In kleineren Orten 1 Pence (34 Pf.) resp. 2 ½ Pence (22 Pf.) In den größeren Orten würde danach der volle Wochenlohn einer Frau 13,77 M. in den kleineren 11,85 M. betragen. Das ist natürlich viel zu wenig, vor allen Dingen aber erfährt man gar nicht, was mit den Frauen geschehen soll, die für ihre Kinder allein zu sorgen haben. Es scheint doch angebracht zu sein, den Frauen ein Mitbestimmungsrecht über ihre eigenen Erziehungsbedingungen zu geben. Erhalten sie das politische Wahlrecht, so können sie Vertreter in das Parlament wählen, von denen sie eine Vertretung ihrer Interessen erwarten dürfen.