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Der erste Regattatag hat begonnen

Die Kieler Woche

Anhaltende Flaute behindert die Wettkämpfer. Manche erreichen nicht einmal die Startlinie. Prinz Eitel Friedrich und Prinz Heinrich treten in der R Klassen gegeneinander an.

Die heutigen Wettfahrten, mit denen die Kieler Woche ihren eigentlichen Anfang nahm, hatten unter ausgesprochener Windstille zu leiden, so daß zum Beispiel die Jachten der kleineren Klassen auf dem Dreieckskurs von Friedrichsort bis nach Kiel 4 hinauf lange Zeit hindurch nicht imstande waren, gegen den in die Förde hineinstehenden Strom aufzukreuzen. Die Auffahrt der großen Klassen wurde durch diese plötzlich einsetzende Flaute derart beeinflußt, daß von den Zwölfer-Jachten nur die „Steas“ des Kommerzienrats Horn rechtzeitig an der Startlinie am Feuerschiff erschien. „Heti“ erreichte den Start erst mit 5,20 Minuten Verspätung, während „Elbullan“ 7 Minuten zu Spät kam und „Istar“ überhaupt nicht am Start erschien. – Von den bisher ausgetragenen Wettfahrten der kleineren Klassen siegte in der 8-Meter R Klasse „Unda“ in 4:42:23 vor „Astrid“ (4:42:33) und gewann damit den Ehrenpreis der Stadt Kiel für die schnellste Jacht der 8-Meter R Klasse. In der 7-Meter R Klasse siegte „Hanne“ in 4 Stunden 43 Minuten 16 Sekunden vor „Star III“ (4 Stunden, 38 Minuten, 51 Sekunden), in der 6-Meter R Klasse „Netz“ vom Berliner Jachtklub in 4 Stunden 33 Minuten vor „Ilse IV“ (4 Stunden 34 Minuten 15 Sekunden), „Hans Jürgen III“ (4 Stunden 35 Minuten 54 Sekunden) und „Nurdug IV“ (4 Stunden 38 Minuten 2 Sekunden). In der 5 Meter R Klasse siegte „Hannchen“ in 3:49:07. In der Sonderklasse starteten um den Samoa-Pokal des Kaisers die sechs genannten Jachten. Die Hamburger Jacht „Tolsn XVII“ wurde vom Prinzen Heinrich gesteuert, während sich in der Jacht des Prinzen Eitel Friedrich „Elisabeth“ Weitzmann am Steuer befand. Nach dem ersten Kreuzgang lag die Berliner Jacht „Resi V“ des Herrn Stahn bereits in Front und gab die Führung bis zum Ziel nicht wieder ab. An zweiter Stelle lag „Cunuka“ , des Herrn Arons, die diesen Platz gleichfalls bis zum Schluß behielt, während der „Hecht“ der Herren Berje und Kaiser am Schluß der zweiten Runde sich vor „Elisabeth“ auf den dritten Platz legte, den er bis ins Ziel behielt.
In der Wettfahrt der großen Rennklassen, der 19- und 12-Meter R Jachten, auf einem Schleifenkurs bis zur Hügge-Sand gewann in der ersten Klasse „Mendusa“ des Grafen Thiele Winkler in 7:4:21 vor „Ellinor“. Von den 12-Meter R Jachten siegte „Steaf“ in 4:52:07 vor „Sibyllan“ (5:02:39) und „Heti“ (5:11:52).
Die interessanteste Wettfahrt des ersten Kieler Regattatages war unstreitig der Kampf der „Fünfzehner“ um den Commodore-Pokal. Die englische Jacht „Pamela“ hatte sich etwas inkorrekt am Start die Führung gegen die Hamburger Jacht „Isabel Alexandra“ gezwungen, fiel auf der ersten Kreuztour jedoch hinter diese und die Verteidigerin des Preises „Paula III“ zurück, auf den Kurven der zweiten Runde gelang es ihr nochmals, an letzter vorbeizukommen, doch schnitt die Verteidigerin auf dem zweiten Kreuzgang, auf dem sie sich von den beiden Gegnern trennte, am besten ab. Die Zweiten waren: „Paula“ 5:38:12, „Isabel Alexandra“ 5:39:15, „Pamela“ 5:40:03. Die Übrigen waren nicht gestartet. Die Zeiten der Sonderklasse waren: „Resi“ 3:44:54, „Cunula“ 3:45:55, „Hecht“ 3:46:45, „Elisabeth“ 3:47:19 „Tilln“ 3:57:33, „Jutta“ 4:02:07.