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Regatten

Kieler Woche

Nach der Abreise des Kaisers und dem Auslaufen des englischen Geschwaders stand bei der Kieler Woche wieder der Segelsport im Vordergrund.

Kiel, 30. Juni

Der Abreise des Kaisers und der Kaiserin ist jetzt auch die Abfahrt der englischen Flotte gefolgt und die Förde bietet, wenn auch die Sportjachten noch vollzählig beisammen sind, nicht mehr den Eindruck, den sie noch vor wenigen Tagen machte. Die heutige Regatta, die wie am Dienstag üblich, nach Eckernförde führte, begann vormittags, 10 Uhr mit dem Start der großen Jachten und Bulks. In der Schoonerklasse war der „Meteor“ des Kaisers wieder mit seinen alten Segeln erschienen, hatte jedoch am Start eine Verspätung von einer Minute gegen seine beiden Konkurrenten „Hamburg“ und „Germania“. Es dauerte bei dem frischen, zwischen vier und fünf Metern starken Westsüdwest nicht lange, bis sich der „Meteor“ an die Spitze des Feldes gearbeitet hatte und dann bei dem beginnenden Kreuzweg in die Eckernförder Bucht hinein ständig an Terrain gewann. Er wurde mit 3 Stunden 55 Minuten und 57 Sekunden erster über die 36 Seemeilen lange Strecke und gewann damit den Ehrenpreis des Herrn Weidekamp in Iserlohn, während die „Germania“ mit 4 Stunden 36 Sekunden den Ehrenpreis des kaiserlichen Jachtklubs für die mit Vergütung zweitschnellste Jacht erhielt. „Hamburg“ wurde mit 4 Stunden 3 Minuten 2 Sekunden Dritte. Das Handicap der alten Jachten von 100 Tonnen und darüber wurde von der „Iduna“ der Kaiserin nicht bestritten, die bereits vor dem Start die Kriegsflagge an der Gaffel des Schonersegels führte, um zu zu zeigen, dass sie sich nicht an dem Start beteilige. Von den übrigen ersegelte sich bald der vom Prinzen Heinrich gesteuerte „Aar“ des Herzogs von Arenberg die Führung und wurde nach gesegelter Zeit mit 4 Stunden 5 Minuten 53 Sekunden weitaus erster, vor „Orion“ mit 4 Stunden 28 Minuten 26 Sekunden, „Nordstern“ 4 stunden 33 Minuten 1 Sekunde und dem „Komet“ 4 Stunden 36 Minuten 50 Sekunden, die auch wie der „Aar“ frühere Meteore des Kaisers sind. In der 19-Meter-Klasse war die „Vendula“ des Grafen Thiele-Winkler von Start aus in Front und gewann überlegen mit 4 Stunden 25 Minuten 2 Sekunden gegen „Cäcilie“ des Majors v. Stumm, die mit 4 Stunden 31 Minuten 7 Sekunden den zweiten Preis gewann und die „Ellinor“ des Gesandten v. Waldstein mit 4 Stunden 34 Minuten 31 Sekunden.